LUXEMBURG
CORDELIA CHATON

Eine PwC-Studie untersucht Trends und gibt Einblicke in die Struktur des Bankenplatzes

Das International Bankers Forum lud ein - und die Bankenwelt kam zu PricewaterhouseCoopers: „Banking in Luxembourg - Trends & Figures 2016“ stand auf dem Programm. Der für das Bankengeschäft verantwortliche Partner Olivier Carré hat gemeinsam mit den PwC-Partnern Björn Ebert und Jörg Ackermann die Jahresabschlüsse der Banken analysiert.

Neben den deutschen Banken untersuchten die Experten auch Schweizer, britische, französische, chinesische und amerikanische Institute und verglichen sie. Natürlich haben auch die Luxemburger Banken ihren Platz in der Analyse, quasi als Heimatsegment. „Wir haben uns auf insgesamt sechs Ländergruppen konzentriert“, erklärt Carré.

Die Abschlüsse der deutschen Banken wertet PwC schon seit 30 Jahren aus. Diesmal ging die Analyse weiter - wohl auch, weil deutsche Banken den Bankenplatz nicht mehr so stark dominieren wie zu jenen Zeiten, als sie ein Drittel des Bestands ausmachten.

143 Institute in Luxemburg

Die luxemburgischen Banken bieten ein sehr diversifiziertes Geschäftsmodell mit unterschiedlichen Schwerpunkten an. Die Ländersegmente konzentrieren sich dagegen meist auf ein bis zwei Geschäftsfelder. So sind Schweizer und britische Institute stark im Bereich Fonds.

Da es in Frankreich und Deutschland ein Universalbankenmodell gibt, bieten sie mehr Leistungen an. Das Segment der chinesischen Banken wächst stark und umfasst bereits zehn Institute, die vor allem im Firmenkundengeschäft stark unterwegs sind. „Die Vielfalt der Bankenleistungen ist ein entscheidender Wettbewerbsfaktor für den Finanzplatz“, ist Carré überzeugt.

143 Banken waren Ende 2015 in Luxemburg niedergelassen. Das ist ein Institut weniger als im Vorjahr. 139 Banken haben eine Universal- und vier eine Pfandbriefbanklizenz. 102 sind Tochtergesellschaften und 41 Niederlassungen. Die Zahl der Beschäftigen blieb mit 25.942 fast stabil und lag nur um 21 unter dem Wert des Jahres 2014. Die Bilanzsumme stieg hingegen von 737.212 Euro auf 743.197 Euro, was vor allem an Kundenforderungen lag.

Deutsche Banken stark, China legt zu

Die Deutschen Banken machen 18,3 Prozent der Institute aus, gefolgt von den französischen Banken mit 10,6 Prozent und den Schweizer Banken mit 7,7 Prozent. 2015 schlossen sechs Banken ihre Pforten (Argentabank, Banque LBLux, Frankfurter Volksbank International, Nord/ LB Covered Finance Bank mit Nord/ LB Luxembourg sowie Dexia LdG).

88 Institute untersucht

Neu hinzu kamen die chinesischen Banken: Bank of Communications, China Merchants Bank, Agricultural Bank of China als S.A. und Luxembourg-Branche. Die gestiegenen Verwaltungskosten drückten auf das Ergebnis, genau so wie die Risikovorsorge. Der Jahresüberschuss sank von 4.253 Millionen Euro auf 3.986 Millionen Euro. Im Vergleich der sechs Ländersegmente hat PwC 88 Institute untersucht. 27 von ihnen waren deutsch, 15 französisch, 12 kamen aus der Schweiz und zehn aus China.

Die deutschen Banken beschäftigten 2015 insgesamt 2.398 Mitarbeiter, die französischen 6.064 Mitarbeiter, die Luxemburger Banken 5.025 Mitarbeiter und die Schweizer Banken 2.415 Mitarbeiter, während britische und US-Banken gemeinsam auf 2.139 Mitarbeiter kamen und die chinesischen Banken auf 553 Mitarbeiter.


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