LUXEMBURG
PATRICK WELTER

Kapazität noch nicht ausgeschöpft - Bau der belgischen N62b (St.Vith-Schmiede) nicht vor 2024

Der Norden sieht sich, je nach politischer Positionierung, verkehrstechnisch abgehängt. Den einen reicht der bisherige Ausbau der weiterhin dreispurigen N7 mit einigen Ortsumfahrungen, andere wollen mehr. Insbesondere einen vierspurigen Ausbau der N7 und eine stärkere Ausrichtung auf die Pendler aus den belgischen Ostkantonen.

Marc Goergen, Abgeordneter der Piraten, betrachtet die verkehrspolitische Entwicklung entlang der N7 quasi von außen.

In einer umfangreichen parlamentarischen Frage an Transport- und Bauminister François Bausch, zieht er die belgische Verkehrsplanung heran. Dabei beruft er sich sowohl auf Stimmen aus den Ostkantonen, als auch auf die Verkehrsplanung der Wallonie.

Kein lokales Problem

Goergen sieht den Ausbau der N7 mit Umgehungsstraßen nicht als „lokales“ Problem. Es handele sich bei der N7, vielmehr um einen Teil der Achse Maastricht - Lüttich - Luxemburg. Daher sollte die Planung auch in Abstimmung mit Belgien erfolgen. Goergen bezieht sich auf den geplanten Ausbau der belgischen N62, deren neue Trassenführung direkt zum Kreisverkehr Schmiede (op der Schmett) in der Nordspitze Luxemburgs führen soll - was der N7 neuen Verkehr bringen würde. Ein weiteres Faktum sei ein erhöhtes Aufkommen an Lkw auf dieser Strecke. Beides sei ein Argument gegen die Beibehaltung des dreispurigen Designs der N7. Mit Hilfe von zehn Einzelfragen wollte Goergen genaueres über die Position von Bausch erfahren. Etwa warum Hosingen und Heinerscheid eine Umgehungsstraße erhalten sollen, „Houschter-Déckt“ dagegen nicht - laut Bausch ist der letztgenannte Ort nur eine Ansiedlung und keine geschlossene Ortschaft, also nicht prioritär. Man habe sich bei den wallonischen Behörden nach den Ausbauplänen für die N62b erkundigt, derzeit sei das Projekt aber nicht Teil des belgischen Infrastrukturplans bis 2024. Natürlich werde eine neue N62b mehr Verkehr auf die N7 zwischen Schmiede und Wemperhardt bringen. Die Zahl der Grenzgänger werde aber nicht zunehmen. Aktuell gibt es täglich in Höhe Hosingen 17.000 Fahrzeugbewegungen in beide Richtungen, die dreispurige Strecke sei aber sogar auf 30.000 Fahrzeuge ausgelegt, erläuterte Bausch. Mit den geplanten Sicherheitsmaßnahmen sei kein vierspuriger Ausbau nötig.

Kein Bypass fürs Ausland

Luxemburg wolle durch einen Ausbau auch keine Ausweichstrecke für den internationalen Fernverkehr schaffen. Zahlen über Lkw, die derzeit einen Schlenker zum Tanken über Luxemburg machen, liegen nicht vor. Es sei auch nicht daran gedacht, dass sich das Land an den Kosten für den Bau der Belgischen N62b beteiligt. Der Transitverkehr durch Luxemburg muss die Autobahnen nutzen, stellt Bausch nochmal fest. Nach Gesetzeslage dürfte eigentlich kein Lkw über die N7 Luxemburg in nördlicher Richtung verlassen. Dem Transitverkehr auf der N7 in Richtung Süden steht aber nichts entgegen. Er sei auch nicht zu vermeiden, da sonst die Achse Steinfort - Echternacherbrück überlastet würde, meint der Minister. Wie sich der eventuelle Ausbau der N62b in Belgien darauf auswirken würde, lässt sich derzeit nicht sagen. Abschließend macht Bausch Werbung für die neue RGTR-Linie 172, die von 2022 an Ulflingen im Stundentakt mit St.Vith verbinden wird.