LUXEMBURG
LJ

Parlamentarische Frage über Kreislaufwirtschaft und Kapazitäten der Deponien

Das Thema kommt immer wieder zur Sprache: Wohin mit dem Bauschutt in einem kleinen Land, in dem es gefühlt mehr Baustellen als je zuvor gibt.

Laut der Antwort von Umweltministerin Carole Dieschbourg (déi gréng) auf eine parlamentarische Frage der CSV-Abgeordneten Octavie Modert gab es in den existenten Deponien im vergangenen Jahr noch Platz für schätzungsweise 32,8 Millionen Kubikmeter sogenannter „déchets inertes“.

Die Halden liegen in Altwies, Bridel, Brouch, Colmar-Berg, Folkendingen, Gadderscheier, Hosingen, Moersdorf, Nothum, Remerschen und Folschette.

Die mit den meisten Fassungsvermögen sind die „Carrière Feidt“-Standorte in Brouch und Folschette mit jeweils um die 8,3 Millionen Kubikmeter.

Kontaminiertes nach Deutschland

Octavie Modert hatte sich in ihrer Frage aber vor allem über Wiederverwertungsmöglichkeiten für Bauschutt erkundigt, der wieder zu Baumaterial wie Ziegel oder Mörtel aufbereitet werden könne. Zumal geboten sei, dass der Schutt „sauber“ sein muss, also nicht über die erlaubten Grenzen hinaus durch Gefahrsubstanzen belastet.

Laut Ministerin Dieschbourg wird der Bauschutt majoritär in Luxemburg selbst behandelt, oft werden sie sogar auf der Baustelle selbst zerkleinert und in vielen Fällen dann direkt für Bau- oder Straßenbauprojekte verwendet. Die Zerkleinerung vor Ort macht es übrigens schwierig, genaue Zahlen für das jährlich anfallende Bauschuttvolumen in Luxemburg zu berechnen. Die Aushubböden, die solchen Projekten aufgrund ihrer geologischen Beschaffenheit nicht zugeführt werden können, werden als Aufschüttmasse benutzt oder landen in Deponien.

Allerdings verfügt Luxemburg über keine Deponien für Bauschutt und Böden, die über die erlaubten Grenzen hinaus mit gewissen Substanzen belastet sind. Diese werden dann meist nach Deutschland exportiert, wo sie in speziellen Deponien gelagert werden.

Das Volumen an Aushubböden und -kieseln beziffert die Umweltverwaltung mit rund 7,5 Millionen Tonnen jährlich. Ein Volumen, das das Großherzogtum an die erste Stelle in der EU bringt in der Pro-Kopf-Produktion von Aushubböden.

Kein Wunder, denn wie gesagt dreht der Immobilienmarkt auf Hochtouren vor dem Hintergrund einer sehr starken Nachfrage.