DÜDELINGEN
LJ

Schöffenrat gibt Aufschluss über Fortschritte bei großen Projekten

Eine Menge Baustellen prägen derzeit die mit rund 21.300 Einwohnern viertgrößte Stadt des Landes, Düdelingen. Die Bedeutendste wird aller Voraussicht nach im zweiten Semester 2021 in Angriff genommen: Das neue Ökoviertel „Nei-schmelz“, wo dann die Sanierungsarbeiten beginnen können.

Erst am vergangenen Freitag hatte der Gemeinderat grünes Licht für die vier Teilbebauungspläne erteilen können – nach 15 Jahren Vorbereitungsarbeiten für die Revalorisierung der 36 Hektar großen Industriebrache, auf der einmal 1.000 Wohnungen entstehen und um die 2.300 Menschen leben sollen.

„Endlich“, seufzt der Düdelinger Bürgermeister Dan Biancalana (LSAP), der gemeinsam mit seinem Schöffenrat die Presse gestern zu einer „Tour de Dudelange“ der wichtigsten Baustellen in der Stadt geladen hatte.

Die Reise führte etwa ins Viertel Italien, wo neue Betreuungsstrukturen für Kleinkinder entstehen. Die „Structure publique Quartier Italie“, soll im Mai 2021 eröffnet werden. Sie beinhaltet einen städtischen Kindergarten für 45 Kinder von 0 bis 4, multifunktionelle Lokale in der ersten Etage sowie Arbeits- und Versammlungsräume im Untergeschoss. Kostenpunkt: 4,27 Millionen Euro.

Sozialwohnungen, Schulkomplex „Lenkeschléi“ und Renovierung des Freibads

In der „Rue du Commerce“ entstehen derweil Sozialwohnungen. Im denkmalgeschützten historischen Bauernhaus auf 37-39 werden hier zwei Appartments mit zwei Zimmern und zehn möblierte Zimmer eingerichtet. Kostenpunkt: rund zwei Millionen Euro.

Insgesamt 18,7 Millionen sind indes für den Schulkomplex im neuen Viertel „Lenkeschléi“ veranschlagt. Das Gebäude mit einer Nutzfläche von rund 5.000 Quadratmetern wird ab Januar 2021 die Grundschule, die Maison-Relais und die Sportinfrastrukturen beherbergen. Das neue Viertel in der rue Milly Steinmetz-Ludwig wird indes 240 Wohneinheiten zählen. A propos Kinderbetreuung: Die „Maison Relais“ des Viertels Ribeschpont wird derzweit für 5,18 Millionen Euro um 1.200 Quadratmeter ausgebaut. Im Mai 2021 sollen die Arbeiten abgeschlossen sein.

Nicht nur die Kinder freuen dürfte der Ausbau des Spielareals im Brill-Viertel, der nun abgeschlossen werden konnte. Auch abgeschlossen werden konnte die Renovierung eines Teils des Spielplatzes der „Maison Relais Schwemm“.

A propos „Schwemm“: Das Düdelinger Freibad wird seit 2019 renoviert. Nach der Renovierung des Beckens und der technischen Infrastrukturen kommen ab September die Umkleideräume und die Umgebung des Beckens dran. Abgeschlossen werden sollen die Arbeiten, die mit insgesamt 9,1 Millionen Euro zu Buche schlagen, im Mai/Juni 2021.

Ausbau des „Shared Space“ und das neue Viertel „A Bëlleg“

Sportfreunde können sich neuerdings auf dem „Paddle Tennis“-Court im „Stade Kennedy“ vergnügen. Im den Parks Lycée Nic Biever, Emile Mayrisch und am Spielplatz „Schnauzelach“ gibt es mittlerweile „Slacklines“, eine begehrte Alternative, um das Gleichgewicht zu trainieren und gleichzeitig die Fitness. Das begehrte „Mini Stade Deich“ erhielt indes einen neuen Kunstrasen.

Urbanistisch von herausragender Bedeutung ist auch das „Shared Space“. Ende Juni konnte die zweite Phase in der „Avenue Grande-Duchesse Charlotte“ abgeschlossen werden, die dritte wird im kommenden Frühjahr in Angriff genommen und bis Mitte 2023 dauern. 5,4 Millionen Euro werden so in die Reamenagierung der „Rue du Commerce“ und des Kinnen-Platzes investiert. Das Areal um die Kirche wird an das bestehende „Shared Space“ angeschlossen. Man will einen verkehrsberuhigten Stadtkern, wo Bürger und Besucher der Stadt sich gerne aufhalten. Deshalb wird dem urbanistischen Mobiliar auch eine besondere Aufmerksamkeit geschenkt werden.

Abschließend sei erwähnt, dass auch ein neues Viertel zwischen der Route de Burange, der Route de Luxembourg und der Bahnstrecke entsteht. Auf 4,5 Hektar sollen 178 Wohneinheiten entstehen, aber auch ein Kindergarten, Geschäfte, Restaurants und Kultureinrichtungen. „A Bëlleg“ soll ein „grünes“ Viertel werden, in dem die sanfte Mobilität im Vordergrund steht. Der Beginn der Infrastrukturarbeiten ist für September 2021 vorgesehen. Die ersten Gebäude sollen Anfang 2023 hochgezogen können werden.