LUXEMBURG
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Die großen Infrastrukturarbeiten 2020

Kräne, Baulärm, Löcher in Straßen und Umleitungen...: Auch 2020 wird allenthalben gebaut und renoviert, was das Zeug hält. Die Baustelle, über die 2019 die meiste Tinte geflossen ist, ist freilich die der Straßenbahn: Seit Oktober 2018 laufen die Arbeiten, um sie von der „Stäreplaz“ bis zum Hauptbahnhof zu bringen.

Tram: im Dezember am Hauptbahnhof

Spätestens im Dezember 2020 soll diese Verbindung dann auch tatsächlich stehen. Damit ist die Tram-Linie aber noch nicht komplett: 2021 soll sie auf Findel und „Cloche d‘Or“ ankommen. Am Ende soll sie auf insgesamt 16 Kilometern verkehren, mit 24 Stationen und neun Umsteigebahnhöfen.

Sechs Spuren für die A3

In puncto Straßenbau wird 2020 vor allem der Beginn des sechsspurigen Ausbaus der „Düdelinger Autobahn“ A3 zwischen der Hauptstadt und der französischen Grenze in die Geschichte eingehen. Zu Beginn
des Jahres wird die erste Phase zwischen dem Gaspericher Autobahnkreuz und der „Aire de Berchem“ in Angriff genommen. Das Parlament hatte bereits 2017 ein Finanzierungsgesetz von 356 Millionen Euro für die Verbreiterung dieser viel befahrenen Strecke votiert.

Die Arbeiten sollen mindestens fünf Jahre dauern und werden die Geduld der Nutzer ziemlich auf die Probe stellen. Zwar soll die Autobahn nie ganz gesperrt werden, es wird aber Geschwindigkeitsbegrenzungen geben. Und: Busse und Fahrgemeinschaften sollen Vorfahrt bekommen.

Natürlich bringt die Verbreiterung auch eine ganze Reihe von Änderungen an Zubringern zur A3 mit sich, respektive von Umbauten etwa von Brücken. Mitgedacht mit der Verbreiterung der Autobahn ist auch der erste Radschnellweg Luxemburgs, der womöglich 2023 zwischen dem Hauptbahnhof und Bettemburg in Betrieb gehen kann. Aber auch an anderen Autobahnen wird gebaut. So steht auf der Prioritätenliste der Regierung für 2020 etwa die Sicherung, respektive Optimierung des „Croix de Cessange“ an der „Arloner Autobahn“ A6 sowie des Autobahnknotens Helfenterbrück und der sechsspurige Ausbau des Abschnitts „Croix de Gasperich-Croix de Cessange“ sowie des Autobahnknotens Helfenterbrück.

Autobahnknoten und Umgehungsstraßen

Auf der „Escher Autobahn“ A4 wird weiter an der „Liaison Micheville“ gebaut, die eigentlich schon in diesem Jahr fertiggestellt werden sollte. Nun wird 2022 ins Auge gefasst. In den Prioritäten steht ferner die Optimierung der „Collectrice du Sud“ mit bidirektionaler Busspur (A13-A4-A13).

Ein Autobahnknoten und -zubringer soll dann für die Z.A. Fridhaff bei Diekirch entstehen. Vorgesehen ist auch die Sicherung der B7 zwischen dem Autobahnknoten Colmar-Berg und dem Autobahnknoten Ettelbrück - hier sollen die Engpässe weg. Weiterschreiten sollen die Arbeiten an der „Transversale de Clervaux“, die sich komplexer gestaltet als geplant.

Wann genau die 2018 vom Parlament genehmigte Umgehungsstraße von Käerjeng in Angriff genommen werden kann, steht noch aus, die Regierung verzeichnet auch sie jedenfalls als Priorität erster Kategorie in ihrem Programm. In der gleichen Einstufung wieder finden sich: die Entlastungsstrecke von Echternach und Strassen, die Umfahrung Hosingen, die „Boulevards“ von Merl und Cessingen, die neue N3 in Bonneweg/Howald, die Verkehrsplattformen von Bettemburg, Mersch, Rodingen, Niederkerschen/Sanem und die P&R Frisingen, Ulflingen und Wasserbillig.

Ausgesprochen wichtig ist auch der Ausbau der Bahninfrastruktur, die laufend modernisiert wird. Die größte Baustelle ist hier der Anfang 2016 in Angriff genommene Bau einer neuen doppelgleisigen Strecke ohne Zwischenstopps zwischen Luxemburg und Bettemburg. Die Arbeiten sollen hier bis 2024 dauern.

Neue Radwege bekommt das Land

Auch eine Reihe von Radwegen soll ab 2020 hinzukommen: aufgelistet werden im Koalitionsprogramm die PC1 Dommeldingen Schmelz, PC6 Mondorf - Ellingen Bahnhof, PC6 Peppingen – Bettemburg, PC8 Belvaux, PC14 Schoenfels – Mersch, PC27 Irrgarten - Bahnhof Cents, PC27 Scheedhaff - Sandweiler Bahnhof, PC28 Bettemburg - Cloche d’Or und der PC38 Niederkerschen/Sanem Bahnhof – Dippach Bahnhof/Bartringen. Eine der gesamt genommen größten Baustellen ist und bleibt freilich die Hauptstadt, wo etwa der Umbau des „Knuedler“ bis 2022 weiter gehen und die Renaturierung der Petruss bald in Angriff genommen werden soll.

Nationalstadion: im September rollt der Ball

Im Laufe des kommenden Jahres dürfte es auch eine Menge Einweihungen geben. So dürften etwa Anfang Mai die Arbeiten an dem neuen Fußball- und Rugby-Stadion auf Cloche d‘Or abgeschlossen sein. Im September 2020 soll hier das erste Match ausgetragen werden. Derweil soll die neue Ackerbauschule in Gilsdorf zur „Rentrée“ 2020 abgeschlossen sein.

Mehr zu den Baustellen mit aktualisierten Informationen: travaux.public.lu und für die Hauptstadt: tinyurl.com/BaustellenVDL