CLAUDE KARGER

Dass die „Fuesent“ andauert, zeigen nicht nur die zahlreichen Kappensitzungen, Kavalkaden und sonstiger bunter Schabernack mit „Boken“, Bierbrausen und Bumm-Bumm-Musik, die in allen Ecken des Ländchens über die Bühne gehen, sondern auch manche absurden Fratzenbuch-Quatschereien, etwa um den Terminus „Kouduerf“. Den hatte die Integrationsministerin in einer „Chamber“-Diskussion zur Versorgung von Flüchtlingen als Sinnbild für Lokalitäten benutzt, die halt etwas außerhalb der großen Zentren liegen und sich gleich darauf entschuldigt, wenn sie damit angeeckt hätte. Das hielt die CSV-Norden-Bossin aber nicht davon ab, sich künstlich-elektronisch zu entrüsten und zu suggerieren, die Ministerin habe wohl wenig für „Koudierfer“ übrig. Das Thema schaffte es gar auf RTL.lu: „Eng gängeg Bezeechnung suergt fir vill Gespréichsstoff - tëscht politeschem Serieux a platte Bauzegkeeten. En typesch lëtzebuergeschen Debat?“ Urtypisch! Auch für die CSV-Oppositionspolitik, die oft karnevalistische Züge trägt. Auch dem „Wort“ ist nicht entgangen, dass derzeit „etliche CSV-Gesichter noch einmal so richtig den Narren heraus“ kehren. Martine H. wurde übrigens bei der „Dikkricher Kavalkad“ mit lustiger lila Brille und CSV-farbener Haartolle gesehen. Aber es ist ja auch total Wahlkampf, nicht wahr?