LEVERKUSEN
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Kunststoffsparte Covestro noch in diesem Jahr auf dem Parkett

Leverkusen Es wäre einer der größten Börsengänge seit Jahren und die nächste Wegmarke im Umbau von Bayer: Bis zum Jahresende will der Pharmakonzern seine Kunststoff-Tochter Covestro an die Börse bringen. Mit dem Erlös aus den geplanten Anteilsverkäufen sollen Schulden abgebaut werden, wie Bayer am gestrigen Freitag mitteilte. Bayer konzentriert sich damit insbesondere auf die gewinnbringenden Sparten Gesundheit und Agrarwirtschaft. Die Kunststoffsparte Covestro - bisher bekannt als Bayer MaterialScience - stellt unter anderem Dämm-Material, Lacke, Beschichtungen, Klebstoffe und Matratzenschaum her. Das Unternehmen mit 16.000 Mitarbeitern erzielte im vergangenen Jahr einen Umsatz von rund 11,7 Milliarden Euro und liegt damit in der Größenordnung von Dax-Konzernen wie dem Pharma- und Chemiekonzern Merck oder dem Baustoffhersteller HeidelbergCement.

12,5 Milliarden Euro Marktwert

Mehr als die Hälfte der Anteile sollen einem Sprecher zufolge nach dem geplanten Börsengang noch bei den Leverkusenern bleiben. Auf längere Sicht soll Covestro komplett vom Mutter-Konzern abgespalten werden, was „sicherlich bis 2020“ geschehen soll, sagte Bayer-Finanzchef Johannes Dietsch. Standortschließungen und Stellenabbau in Deutschland schließt Covestro bis dahin aus.

Analysten schätzen den Marktwert der Kunststoffsparte auf insgesamt etwa 12,5 Milliarden Euro. Mit dem geplanten Covestro-Börsengang bis Ende 2015 treibt Bayer seine Veränderungen in der Konzernstruktur schneller voran als bisher erwartet. Bislang wurde damit gerechnet, dass die Tochter bis Mitte 2016 aufs Börsenparkett gehen soll.

Anleger will Bayer mit hohen Dividenden in die Covestro-Papiere locken: Zwischen 30 und 50 Prozent des Gewinns sollen künftig an die Aktionäre ausgeschüttet werden. Für 2015 wird eine Ausschüttungssumme von 100 bis 150 Millionen Euro ins Auge gefasst, wenn der Börsengang bis Jahresende gelingt. DPA