LUXEMBURG
PATRICK WELTER

Für Eigentümer des „Maison Lassner“ stand eine Vermietungan deutsche Sex-Shop-Kette nie zur Debatte

Das „Maison Lassner“ an der südöstlichen Ecke des Knuedler gehört zu den wenigen Häusern der Oberstadt, das seine originale Kaufhausfassade aus der Gründerzeit um die Wende zum 20. Jahrhundert über die Zeiten retten konnte. Besonders markant sind die über das Erdgeschoss und ein Mezzanin reichenden Schaufenster.

Es ist als Glücksfall anzusehen, dass sich die Eigentümergesellschaft beim de facto-Neubau vor einigen Jahren dazu entschlossen hat das Gebäude „nur“ zu Entkernen und die Fassade, die das Stadtbild mitprägt, zu erhalten und auf eine weitere gesichtslose Glaskiste zu verzichten.

Brodelnde Gerüchteküche

Als nun das Gerücht aufkam, dass die deutsche Erotikladenkette „Beate Uhse AG“ an einer Anmietung des Ladenlokals interessiert sei, zeigte die randalierende Scheinheiligkeit mal wieder ihr Gesicht.

„So was“ wollen wir doch nicht in der Innenstadt und „so was“ noch gleich neben dem gerade entstehenden Bürgerzentrum, so das Raunen das aus den Gassen zu vernehmen war…

Die Eigentümerin die „Immobilière Lassner s.a.“ (eine hundertprozentige Tochter der CM Participations SA) hat sich nun mit einer Pressemitteilung deutlich zu Wort gemeldet, um mit vielerlei Gerüchten aufzuräumen.

Laut Pressemitteilung wurde der Bürgermeister Bettel bereits im Juli „informell“ über die Pläne in Sachen Vermietung und künftige Nutzung des Lassner-Gebäudes informiert. Für die Aktiengesellschaft habe die Vermietung von 500 Quadratmetern Nutzfläche an eine luxemburgische Bank absolute Präferenz gehabt. Die Lage direkt neben dem künftigen „Bierger“-Zentrum im ehemaligen „Veräinshaus“ sei dafür ideal geeignet. Man habe gegenüber dem Bürgermeister auch alle anderen Interessenten genannt, darunter auch die deutsche Beate Uhse AG. Der Bürgermeister sei von der Idee einer Bankfiliale nicht sonderlich begeistert gewesen, außerdem wies er auf einen dafür notwendigen Antrag auf Umnutzung an die Stadt hin. Der Ende Juli 2012 formell gestellte Antrag sei dann auch von der Stadt abgelehnt worden, so die „Immobilière Lassner s.a.“ Eine Vermietung an die Beate Uhse AG habe aber zu keinem Zeitpunkt zur Debatte gestanden. Man habe auch keinerlei Druck auf die Stadtspitze ausgeübt, so die „Immobilière Lassner s.a.“ Es lägen verschiedene Angebote für die Nutzung des „Maison Lassner“ vor, zu denen man sich aber nicht äußern wolle.

Die Luxemburger Kunden der Beate Uhse Kette müssen also weiterhin nach Trier fahren oder gleich diskret per Online-Handel bestellen.