GREVENMACHER
GILLES SCHREINER

Das „Sunrize“ in Grevenmacher hat sich schon lange etabliert

An jedem zweiten Juliwochenende scheinen die Telefonleitungen des lokalen Polizeikommissariats immer wieder heiß zu laufen. Der Auslöser hierfür sind pfiffige Electrobeats, die während zwei Tagen das sonst so malerische und idyllische Moseltal beschallen und bei einigen unzufriedenen Bewohnern der Umgebung auf Unverständnis stoßen. Jedem das Seine. Ja, es war am Wochenende wieder soweit: Der „Ski Nautique Grevenmacher“ (SNG) lud mittlerweile schon zum zehnten Mal zu seinem größten und populärsten Event namens Sunrize ein. Doch alles der Reihe nach.

Erst die Arbeit...

„Pitt is coming, move, move !“, so einer der pausierenden Helfer, als der Clubpräsident Pitt Wagner sich während den Aufbauarbeiten der eindrucksvollen Location näherte. Natürlich war ein Tropfen Ironie bei seiner Aussage zu erkennen. Aber eben auch nur ein Tropfen, denn ohne Arbeit keine Frömmigkeit. Und Arbeit gibt es genug, wenn man bedenkt, dass die Mitglieder eine Woche lang Tag und Nacht mit dem Aufbau der Bühne, Getränkestände und der Dekoration beschäftigt sind. Von der monatelangen Vorbereitungsphase mal abgesehen.

Besonders hierbei ist, dass jede Sunrize unter einem bestimmten Motto steht und die Location folglich jedes Mal anders „verkleidet“ wird. Das ist der besondere Flair der „Real Beach Party“, welche auch am vergangenen Wochenende wieder über 2.000 Feierlustige nach Grevenmacher gezogen hat. „Mittlerweile sind wir ein eingespieltes Team“, so Wagner, „nach zehn Jahren hat man eine gewisse Routine. Am Anfang mussten wir uns mit vollen Bierfässern 100 Meter durch die Menschenmenge drücken, heute haben wir die Getränkestände so konzipiert, dass jeder sofort Nachschub parat hat“.

Dass es auch manchmal zu Ungereimtheiten kommt, ist nicht ungewöhnlich, immerhin sind ungefähr 30 Mitglieder beteiligt. Doch im Vergleich zu den Jahren davor wirkten die SNG’ler abgebrühter als je zuvor. „Wenn man bedenkt, dass wir 2005 auf knapp 150 Besucher kamen, kann man schon stolz auf die Entwicklung sein“, ergänzt ein weiteres Mitglied. „Bei der ersten Auflage befand sich die Bühne in der Mosel. Aus Sicherheitsgründen ist uns dies jedoch nicht mehr gestattet“.

Ginge es den Verantwortlichen nach, würden noch weitere Features das Sunrize-Festival prägen, doch in einer Zeit, in der alles geregelt und vorgeschrieben ist, scheint dies nicht so einfach zu sein. „Wir wollten eigentlich ein Feuerwerk und eine Lasershow für unser zehnjähriges Jubiläum organisieren, doch leider spielten die politischen Autoritäten nicht mit. Die Organisatoren des Weinfests bekommen aber eine Erlaubnis für solche Elemente“, so Kassierer Ben Duhr. Warum allerdings den Organisatoren des Trauben - und Weinfestes eine Lasershow genehmigt wurde, wird wohl auf ewig ein politisches Geheimnis bleiben.

...dann das Vergnügen

Der Stimmung tat dies allerdings keinen Abbruch, denn auch die diesjährige Sunrize war wieder ein voller Erfolg. Rhythmen einheimischer Künstler wie Dr. Gonzo, Alex Heide, Purple oder Deezdaze, erfrischende Mojitos oder Caipirinhas, feurige Currywürste sowie ein Antiregenpakt mit dem Wettergott ließen die Partyherzen höher schlagen. Und dass die Veranstalter während dieser Auflage bereits Verbesserungsmöglichkeiten für nächstes Jahr ausarbeiteten, zeigt die Mentalität des Clubs. Nummer „11“ kann kommen!


www.sng.lu