Nicht angelegte Sicherheitsgurte sind die zweithäufigste Ursache für den tödlichen Ausgang von Unfällen nach der Überschreitung von Geschwindigkeitsbegrenzungen und vor Alkohol am Steuer. Laut Schätzungen in einer für die Europäische Kommission durchgeführten Studie könnten durch Maßnahmen für das Tragen von Sicherheitsgurten in der gesamten Europäischen Union und unter günstigsten Umständen pro Jahr 5.500 Leben gerettet werden. Die aktuelle EU- Richtlinie schreibt daher das Anlegen von Sicherheitsgurten für alle Fahrzeugklassen und auf allen mit Gurten ausgerüsteten Plätzen zwingend vor. Sie enthält eine Reihe von Maßnahmen zur Verbesserung der Sicherheit für Kinder und Jugendliche, die in Pkw, Lkw und Bussen befördert werden. Wer sich nicht daran hält, dem drohen hohe Bußgelder. Die Straßenverkehrsordnung in Deutschland lässt aber beispielsweise in Paragraf 21 a Ausnahmen zu, etwa für Fahrten im Schritttempo oder beim Rangieren auf Parkplätzen.
Gilt die Pflicht beispielsweise auch für Schwangere? Ja, aber...
Grundsätzlich ja! Schwangere sind in Deutschland von der Anschnallpflicht nur dann ausgenommen, wenn der Arzt ein entsprechendes Attest ausstellt.
Diese entsprechende Regelung gilt auch hier in Luxemburg, wie Justiz-Pressesprecher Henri Eippers erklärt: „Basis ist hier Artikel 160ter des Code de la route, der Folgendes besagt: ‚Les prescriptions de l’article 160bis ne sont pas applicables: (...) b) aux personnes qui justifient d’une contre-indication médicale grave au port de la ceinture de sécurité ou à l’usage d’un dispositif de retenue spécial, et qui sont titulaires d’une autorisation afférente délivrée par le ministre des Transports. Cette autorisation est établie sur production d’un certificat médical récent indiquant la nature et la durée de la contre-indication médicale ainsi que sur avis motivé de la commission médicale prévue à l’article 90.‘“ Befürchtungen, dass der Gurt das Ungeborene bei einem Unfall schwer verletzen könnte, sind nach Experten-Meinung unbegründet: Studien belegen, dass das Risiko für Mutter und Kind größer ist, wenn kein Gurt angelegt wird. Sitzt eine Schwangere am Steuer, könnte ihr Bauch bei einem Unfall ungebremst gegen das Lenkrad prallen.


