SCHIEREN
PIERRE MATGEN

Römische Villa in Schieren im Mittelpunkt einer parlamentarischen Anfrage von André Bauler

Die Ausgrabungen einer römischen Villa in Schieren standen im Mittelpunkt einer parlamentarischen Anfrage des DP-Nord-Abgeordneten André Bauler, der von Kulturministerin Maggy Nagel wissen will, welche wissenschaftliche Bedeutung die Funde hätten, wie lange die Ausgrabungen dauern würden, wie hoch deren Kosten seien und wie es um die weiteren archäologischen Fundorte auf dem Gebiet der Nordstad stehe.

Kulturministerin Maggy Nagel sieht die laufenden Ausgrabungen unter Anleitung des „Centre national de recherche archéologique“ am Ort genannt „auf der Schlammgraecht“ im Rahmen des Ausbaus der Erweiterung der B7 auf vier Spuren. Die Straßenbauverwaltung habe vorgeschlagen, im Vorfeld Ausgrabungen durchzuführen, um Verzögerungen bei den eigentlichen Bauarbeiten zu verhindern. Das Ziel der Ausgrabungen sei die Ausdehnung des Hauptgebäudes („pars urbana“) festzustellen, um anschließend den nördlichen Flügel, der dem Ausbau der B7 weichen muss, zu erkunden.

Vielversprechende Funde

Die Ausgrabungen haben nach Nagels Worten bereits vielversprechende Funde zu Tage gebracht, darunter gut erhaltene Fresken. In Erwartung einer endgültigen Entscheidung über den Verbleib wären bereits Maßnahmen getroffen worden, um die besagten Wandzeichnungen vor Ort zu erhalten.

Weiter hält Kulturministerin Nagel fest, dass es sich bei der Schierener Villa um eine der bedeutendsten Axialhof-Villen hierzulande handelt. Besonders hebt die Ministerin den guten Zustand des gefundenen Materials hervor. Auch sei es die einzige römische Villa, die in ihrer Gesamtheit untersucht werden kann. Die Nebengebäude („pars rustica“) seien bereits gelegentlich urbaner Bauprojekte erforscht worden. Laut Artikel 1 des Gesetzes vom 18. Juli 1983 zum Denkmalschutz sei der Staat verpflichtet, Orte wie diese vor der Zerstörung zu untersuchen. Die zurzeit laufenden Ausgrabungen beziehen sich auf den nördlichen Flügel, der später verschwinden soll, sowie auf die Ostseite der Straße.

Die Kosten, die zum Teil von der Straßenverwaltung getragen werden, belaufen sich auf 750.000 Euro und die Arbeiten sollten im Sommer 2016 abgeschlossen werden. Eine Untersuchung läuft, um die Gebäudeteile, die nicht vom Straßenausbau betroffen sind, als „Monument national“ zu klassieren. Entschieden wurde allerdings noch nicht, ob der Teil der Villa mit den historischen Fresken erhalten bleibt oder als „Réserve archéologique“ unter Tage konserviert wird.