OBERANVENLIZ MIKOS

Im „Beienhaus Op den Aessen“ in Oberanven treffen sich jeden Samstag Bienen-Begeisterte

Seit 2013 werden in Oberanven Imker-Schnupperkurse angeboten. Hierbei handelt es sich zwar nicht um eine Ausbildung, allerdings kann man sich einen guten Einblick über die Arbeit eines Imkers verschaffen. Die Teilnehmer sind herzlichst eingeladen, mitzuarbeiten und natürlich auch, jede Menge Fragen zu stellen. Bio-Imker Marc Thiel erklärt im „Journal“-Interview, wie diese Kurse entstanden sind und wie er selbst zur Imkerei gekommen ist.


Wie sind Sie auf die Idee gekommen, Imker-Schnupperkurse anzubieten?

Marc Thiel Ich arbeite beim „Syndicat intercommunal pour l’assainissement du bassin hydrographique de la Syre“ (SIAS), das ist ein Gemeindesyndikat, das auch den Naturschutz unterstützt.

Wegen der steigenden Nachfrage von Leuten, die sich ein erstes Mal mit der Imkerei auseinander setzen wollten, habe ich mit meinem Kollegen Roger entschieden, Schnupperkurse anzubieten.

Wir als Bio-Imker haben 2013 mit diesen Kursen angefangen. Da ungefähr die Hälfte der Teilnehmer ausländischer Abstammung war, und das auch heute noch der Fall ist, haben wir beschlossen, die Gruppe in zwei zu teilen.

Demnach gibt es einen Kurs auf Luxemburgisch und einen auf Englisch. Die Leute sollen schließlich auch verstehen, was wir ihnen erklären.

Wie sind Sie persönlich zur Imkerei gekommen?

Thiel Ich habe das während meiner Studienzeit gelernt. Meine Universität hat damals einen Kurs zur Imkerei angeboten, in den Interessierte sich einschreiben konnten.

Wie viele Bienenvölker haben Sie?

Thiel Ich habe mittlerweile 33 Bienenvölker. Davon sind aber nur drei hier im Bienenhaus, zwei andere sind von Roger und der Rest der Völker gehört der Schule. Normalerweise arbeiten wir auch nur an meinen und an Rogers Völkern.

Zwei unserer Teilnehmer arbeiten dann während der Woche mit ihren Schülern an ihren persönlichen Bienenvölkern.

Wie machen Sie auf Ihre Imker-Schnupperkurse aufmerksam?

Thiel Zum einen veröffentlicht das SIAS jährlich ein Informations-Blatt in seinen acht Gemeinden. Zum anderen gibt es die mündliche Werbung, wenn Teilnehmer in ihrem Bekanntenkreis über die Kurse sprechen.

Wir machen ganz bewusst nicht viel Werbung, da wir schon sehr viele Teilnehmer haben. Eine noch größere Anzahl an Teilnehmern würde sich nicht gut auf die Kurse auswirken, da wir nur begrenzt Platz haben.

Sie haben erwähnt, dass Sie Bio-Imker sind. Was unterscheidet den Bio-Imker vom „normalen“ Imker?

Thiel Bio-Imker zu sein, bedeutet nicht, dass wir Bio-Honig herstellen. Wir können unseren Bienen nicht vorschreiben, wo sie hinfliegen sollen. Der Begriff Bio-Imker beschreibt den Umgang und die Arbeit mit den Bienen. Das bedeutet, dass zum Beispiel unsere Bienenköniginnen nicht künstlich besamt werden und wir schneiden ihr auch nicht ihre Flügel ab. Außerdem arbeiten wir nicht mit Medikamenten. Was den Honig angeht, gibt es keinen Unterschied.


Anmeldungen zum Imker-Schnupperkurs: m.thiel@sias.lu oder Telefon 34 94 10 - 26.

Die Plätze sind sehr stark gefragt