LUXEMBURG
LIZ MIKOS

Michel Kremer hilft mit seinem 3D-Drucker, Schutzmasken herzustellen

Tom und Jeff Schockmel haben die Facebook-Gruppe „3D Print - Let’s Fight Corona Luxembourg (Only Printers)“ ins Leben gerufen, in der sich Freiwillige zusammenfinden, die mit ihren 3D Druckern Material herstellen, um durch die aktuelle Coronavirus-Krise zu kommen. Michel Kremer ist der Gruppe letzte Woche Mittwoch beigetreten, als gerade mal 250 Leute aktive Mitglieder waren - heute sind es schon über 1.000. Was genau die Freiwilligen tun, verrät der 28-Jährige im Interview.

Was genau wird mit den 3D-Druckern hergestellt?

Michel Kremer Im Grunde wird eine Art Schutzschild gedruckt, die Personen vor dem Gesicht tragen. Das gedruckte Teil ist das, was am Kopf getragen wird. Daran müssen dann noch Gummibänder und der Schild an sich befestigt werden.

Wann haben Sie entschieden, sich an der Aktion zu beteiligen?

Kremer Als ich im Radio von der Initiative gehört habe, bin ich der Facebook-Gruppe gleich beigetreten, habe mich informiert und schnellstmöglich losgelegt. In der Gruppe und auf Google-docs bekommen Hersteller erklärt, welches Modell gedruckt werden soll und wie viele gebraucht werden.

Wie viele Teile produzieren Sie als Privatperson und wie bringen Sie sie an die Menschen, die sie benötigen?

Kremer Es gibt im Land verteilt Sammelstellen, wo Leute ihre hergestellten Teile abgeben können. Von dort werden sie an einen zentralen Ort gebracht, damit die Masken, gezählt, sortiert und verteilt werden können. Mit meinem Drucker kann ich ungefähr jede Stunde oder alle 90 Minuten ein Teil produzieren. Wie lange die Herstellung dauert, ist abhängig von den jeweiligen Druckern und deren Einstellungen.

Den größten Faktor stellt hier die Düse dar, die das Plastik druckt - je größer diese ist, desto höher werden die einzelnen Schichten, wodurch ein Teil schneller fertiggestellt werden kann. Der Zeitaufwand sollte nicht unterschätzt werden, da diese Maschinen nicht alleine gelassen werden sollten. Auch wenn ein guter Drucker theoretisch alleine gelassen werden kann, besteht immer das Risiko, dass etwas schief geht. Hinzu kommt, dass die Maschine für jedes Teil wieder neu vorbereitet werden muss und fertige Produktionen von eventuellen Rückständen befreit werden sollen.

Kommt man zurzeit noch an das nötige Material, um diese Mengen herstellen zu können?

Kremer Für den Druck wird sogenanntes „Filament“ benutzt. Das ist Plastik, das als Faden auf einer Rolle zum Drucker gestellt wird und die Maschine formt dann aus diesem Faden das gewünschte Stück. Momentan ist es noch recht einfach, an dieses Material zu kommen. Bisher habe ich sowohl Filament benutzt, das ich noch zuhause hatte, als auch welches, das ich neu gekauft habe. Ich habe aber schon in der Gruppe gelesen, dass auch hier viele sich solidarisch zeigen. Wenn Leute kein Material mehr vorrätig hatten, haben sich gleich andere gemeldet, die bereit waren, ihres zur Verfügung zu stellen.


Wer ebenfalls einen 3D-Drucker besitzt und helfen möchte,
findet die Vorlage für die gebrauchten Teile unter
www.tinyurl.com/maskenvorlage