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TikTok: Das sollten Eltern wissen

Es gibt keine App, die in den vergangenen Wochen so sehr im Zentrum politischer Diskussionen stand, wie TikTok. Doch neben der Verbotsdiskussion, die vom US-Präsidenten Donald Trump angeführt wird und dem möglichen Kauf durch Microsoft gibt es bereits seit längerem Sicherheitsbedenken. EU-Datenschützer nehmen die App unter die Lupe, netzpolitik.org berichtete darüber, dass der Dienst die Inhalte der Zwischenablage ausliest und Lücken erlauben es, fremde Konten zu kapern. Dazu kommt eine Moderationspolitik, die zu Lasten von Minderheiten, politisch Andersdenkenden und Personen mit Behinderungen geht.

Eltern können den Nachwuchs begleiten

Dies sollte alles Hinweis genug sein, dass bei Tiktok das gleiche gilt, wie bei allen anderen sozialen Netzwerken: Eine gesunde Portion Vorsicht ist geboten. Das gilt auch für Eltern und ihren Nachwuchs. So schreibt BEE SECURE auf seiner Seite, dass Jugendliche sich ab 13 Jahren mit der App laut Endnutzervertrag vergnügen dürfen. Sofern der Erziehungsberechtigte dies erlaubt. Kontrolliert wird das allerdings nicht.

Wie bei anderen sozialen Netzwerken kann man bei TikTok nur mit einem Nutzerkonto richtig mitmachen. Inhalte ansehen kann jeder, doch wer liken, favorisieren oder eigene Videos auf dem Dienst online stellen möchte, muss über ein Konto verfügen. BEE SECURE weist darauf hin, dass TikTok einen begleitenden Modus anbietet. Damit können Eltern kontrollieren, was der Nachwuchs auf der Plattform treibt. Hinzu kommen die üblichen Jugendschutzeinstellungen an den Smartphones wie auch in den jeweiligen App-Stores. Es reiche jedoch nicht, einfach nur auf diese Möglichkeiten zurückzugreifen. Auch müsse man seinem Kind erklären, weshalb dies notwendig ist und es über die eventuellen Risiken aufklären.

Ganz global gesehen sollen Eltern mit dem Nachwuchs über Nutzen, Spaß und die Gefahren eines jeden sozialen Netzwerkes reden. Bei TikTok kommt es auch oft auf die Selbstdarstellung und auf die Interaktion mit fremden Personen an, was umso mehr Klärungsbedarf mit sich bringt.

BEE SECURE rät dazu, dass man Nutzungszeiten festlegt, an die sich auch gehalten wird. Auch sollte nicht ohne die Begleitung der erwachsenen Person mit einem fremden Menschen kommuniziert werden. Aufgepasst werden sollte, dass in den eigenen Videos keine Hinweise zu finden sind, wo man sich gerade befindet. Bei jedem Video sollte man sich außerdem die Lehrer-Frage stellen. Die sieht aus wie folgt: „Würdest du dieses Video allen deinen Lehrern und der ganzen Schule zeigen?“ Wer darauf mit einem Nein antwortet, sollte sich besser noch einmal überlegen, ob er das Video auch wirklich online stellen möchte.

Ein weiterer wichtiger Aspekt stellt das Recht am eigenen Bild dar. Wenn Jugendliche sich gegenseitig filmen oder Eltern ihre Sprösslinge für TikTok oder andere soziale Netzwerke filmen, ist es wichtig, dass jeder hierzu sein Einverständnis gegeben hat. Das kann laut BEE SECURE auch deshalb so komplex sein, da im Falle von Minderjährigen die Erwachsenen dieses Einverständnis geben müssen.

Neben diesem Aspekt muss auch auf die Monetarisierung aufmerksam gemacht werden. Während die Nutzung der App gratis ist, können zusätzliche Inhalte mit einer separaten Währung gekauft werden.

Mehr Informationen finden Sie auf bee-secure.lu

Mehr zur App

TikTok

Ursprünglich wurde der Videodienst TikTok bereits im September 2016 gestartet. Doch erst zwei Jahre später, im August 2018 erhielt die App international mehr Aufmerksamkeit. Zu jenem Zeitpunkt fusionierte der Dienst mit musical.ly. Seit April 2020 soll der Dienst insgesamt 500 Millionen aktive monatliche Nutzer zählen. In diesem Monat wurde die Gesamtzahl von einer Milliarde Nutzer geknackt. Die App wird kostenfrei in 40 Sprachversionen angeboten.