LUXEMBURG
ANNETTE DUSCHINGER

LCGB und OGBL besorgt: Drei Alten- und Pflegeheime kündigen Preiserhöhungen an

Informationen des LCGB nach sollen im Herbst die Preise in drei Altersheimen steigen. Entsprechende Ankündigungsbriefe wurden von der Fondation Pescatore, vom Foyer Ste Elisabeth in Berburg sowie dem Pflegeheim „An de Wisen“ in Bettemburg an die Heimbewohner verschickt. Auch wenn es sich um Einzelfälle handelt, so deute sich doch eine generelle negative Tendenz im Pflegebereich an: Aus heiterem Himmel sähen sich die Pflegebedürftigen mit substanziellen Preiserhöhungen konfrontiert, ohne dass sich eine Rentenerhöhung abzeichne, hieß es gestern in einer Mitteilung.

Nächste Woche ist Analyse der Finanz-situation von Pflegeanbietern vorgesehen

RTL-Informationen nach beklage die Fondation Pescatore Mindereinnahmen von 8,8 Prozent für die Aktivitäten, die mit der Pflegeversicherung abgerechnet werden können und erhöhe den Pensionspreis für alle Bewohner nun um sieben Prozent.

In Berburg sollen 35 Euro mehr pro Monat und Kopf anfallen und in Bettemburg müssten neue Klienten mit um sechs Prozent höheren Pensionspreisen rechnen.

Schuld seien laut LCGB die budgetären Regierungsmaßnahmen, unter denen die Pflegeanbieter seit einigen Monaten leiden, wie das Einfrieren der Tarife, die Kürzungen von Aktivitäten durch eine strengere Evaluierung der Pflegebedürftigkeit sowie der Kriterien, um Leistungen zu erhalten. Dringender denn je müsse die für nächste Woche mit dem Ministerium für Sozialversicherung vorgesehene Analyse der Finanzsituation im Pflegebereich es endlich erlauben, die Tragweite des Problems aufzudecken. Der OGBL wurde in einer Mitteilung noch deutlicher und zeigte sich wütend darüber, dass die Regierung sich nicht an die Vereinbarung vom letzten November hält: Es war ausgemacht, dass Pflegebedürftige nicht von Sparmaßnahmen betroffen sein sollen. Die Gewerkschaft verurteilt aber auch die wenig ausgewogenen Maßnahmen der Heime, die einzig zu Lasten der Pflegebedürftigen gingen.

Die Regierung soll die Restriktionen nun zurücknehmen und es dürfe zu keinen Preiserhöhungen in den Heimen kommen. Das wird der OGBL nächste Woche fordern, wenn er mit der Regierung und der COPAS, dem Zusammenschluss der Einrichtungen im Pflegebereich, zusammenkommt. Die Regierung soll indes dringendst intervenieren. Postwendend kamen es auch zu parlamentarischen Fragen von Marc Spautz (CSV) und Roger Negri an Sozialminister Romain Schneider. Suche er eine Lösung, um die Personen zu unterstützen, die sich nun kein Heim mehr leisten könnten, wollten sie wissen. Negri fragte zudem, ob eine Preiserhöhung um sieben Prozent gerechtfertigt sei, zumal ja alle Heimbewohner betroffen seien und nicht nur die Nutznießer der Pflegeversicherung.