LUXEMBURG
PATRICK WELTER

Gemeinsamer Neujahrsempfang von „meng-landwirtschaft“ und „Votum Klima“

So richtig viel los war nicht beim gemeinsamen Neujahrsempfang von „meng-landwirtschaft“ und „Votum Klima“ im „Am Carré“in Hollerich. Wer etwas in Sachen ökologische Landwirtschaft und Klima aus den diversen NGOs auf sich hält war da, aber es fiel schon auf, dass sowohl Landwirtschaftsminister Romain Schneider (LSAP) als auch Umweltministerin Carole Dieschbourg (déi gréng) fehlten. Bis auf Oppositionsführerin Martine Hansen (CSV) und einige grüne Abgeordnete hatte sich die Mehrheit der Politik ferngehalten, wohl wegen dem Übermaß der Neujahrsempfänge in den letzten Wochen.

„Meng-landwirtschaft“ und „Votum Klima“ sind beides Plattform für eine Vielzahl von Organisationen, die zu
einem Großteil zu beiden Gruppierungen gehören.

Grünland als CO2-Chance

Der Plattform „Meng Landwirtschaft“ gehören 22 luxemburgische Nicht-Regierungsorganisationen an, die gemeinsam auf die Schwachstellen der europäische Agrarwirtschaft hinweisen und seit 2014 ein Umsteuern fordern. Die Landwirtschaft brauche einen Paradigmenwechsel. Daher fordert man von den politischen Parteien, Gelder dort zu investieren, wo sie „etwas bringen“, etwa in die Erhaltung von Betrieben und des gewachsenen ländlichen Raums sowie in die ökologische Forschung. „Meng Landwirtschaft“ bedauert, das Luxemburg bei der Bio-Landwirtschaft in der EU zu den Schlusslichtern gehört, in allen Nachbarländern sei die Bio-Quote höher.

Auf diese Punkte wurde auch während des gestrigen Neujahrsempfangs hingewiesen. Der Klimawandel sei sichtbar und ganz besonders die Krise der Biodiversität. Insbesondere auf den landwirtschaftlichen Flächen sei der Artenrückgang dramatisch. „Wir habe große Verluste im Offenland“ hieß es wörtlich von Laure Cales (natur&ëmwelt). Aber gerade in der Landwirtschaft könne man vieles schnell ändern. Da sich insbesondere im Grünland besonders viel CO2 binden ließe, müsse der Weg zurückführen zu einer bodengebundenen Landwirtschaft: Die Wiederkäuer müssen raus aus dem Stall und von Kraft- auf Grünfutter umgestellt werden.

Die Nachfrage nach biologisch erzeugten Lebensmitteln steige in der EU permanent an. Dies sei auch eine Chance für die heimische Landwirtschaft, schließlich würden nur 1,5 Prozent des Obstes und 4,6 Prozent des Gemüses, in beiden Fällen biologische und konventionelle Landwirtschaft zusammengenommen, für den luxemburgischen Markt im Inland produziert. „meng-landwirtschaft“ begrüßt natürlich das beschlossen Aus für Glyphosat.

„Frontrunner“ ist eine gute Idee

Für das Votum-Klima, dem 23 NGOs angehören, erläuterte Raymond Aendekerk, Direktor von Greenpeace-Luxemburg, die Ziele für 2020. Diese drehen sich natürlich auch um Klimaschutz und Biodiversität. Er begrüßte ausdrücklich, dass sich die EU zum „Frontrunner“ in Sachen Klima erklärt hat. Ebenso positiv waren für ihn die Klimaziele der luxemburgischen Regierung und das Ziel bis 2030 eine CO2-Senkung von 55 Prozent zu erreichen.