Da war gestern im Hohen Chamberhaus also mal wieder ein so genannter historischer Tag (der diesmal allerdings tatsächlich geschichtlich war, kommt es schließlich doch nicht alle Tage vor, dass offiziell zugegeben wird, dass im Zweiten Weltkrieg nicht alle Eingeborenen Helden waren), und keine fünf Minuten später, will heißen, direkt im Anschluss an den Artuso-Bericht, schlagen sich die gleichen Abgeordneten bei der Zwei-Tage-danach-Referendumsdebatte munter die Köppe ein. Dem geschichtlichen Tag wurde so jedenfalls ein Großteil seiner Historischkeit genommen. Historisch peinlich/traurig war gestern indes die „Dir hutt d’Wuert“-RTL-Rundfunksendung, in der eine Reihe von 3x-Nee-Sagern noch einmal mit Verve kundgetan haben, warum sie am Sonntag 3x-Nee-Ankreuzer waren, u.a. „wéinst de Flüchtlingen“ oder „dann hu mer just nach Auslänner an der Regierung a mir Lëtzebuerger gi bei d’Lisette gelooss“. Da kann man Ex-LSAP-Politmensch Robert Goebbels nur beipflichten, der gestern im „Wort“ in seinem „Waterloo im Gambia-Land“-Beitrag zur Konklusion kam, dass der Scherbenhaufen groß ist und „das nationalistische Nachbeben“ anhalten wird. Unser Tipp: Einfach ein neues Volk wählen oder aber direkt auswandern...
Bei d’Lisette gelooss
journal.lu - 09.06.2015

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