LUXEMBURG
PIERRE WELTER, FREIER JOURNALIST

Antrag des ehemaligen Pfarrers abgewiesen

Am Donnerstagmorgen wurde der Kassationsantrag von Emil A. zurückgewiesen. Der ehemalige Pfarrer Emil A. aus Belair, dem sexueller Missbrauch vorgeworfen wurde, war im Dezember 2016 in erster Instanz freigesprochen worden.

Dem in den Laienstand zurückversetzten Ordensmann wurde vorgeworfen, im November 2008 einen 14-jährigen Ministranten im französischen Taizé sexuell missbraucht zu haben. Die Richter erkannten zwar den Tatbestand der Vergewaltigung an. Springender Punkt in diesem Urteil war aber unter anderem das Alter des Jungen zum Tatzeitpunkt. Das Opfer war zur Tatzeit 14 Jahre und vier Monate alt, also zur damaligen Zeit unter rechtlichem Aspekt sexuell mündig. Erst seit einer Gesetzesänderung im Jahr 2011 liegt das Einwilligungsalter bei 16 statt 14 Jahren. Zu diesem Zeitpunkt war oraler Sex mit einem Minderjährigen entsprechend nicht als „Vergewaltigung“ strafbar, heute ist dies der Fall. Damals lag die gesetzliche sexuelle „Schutzaltersgrenze“ für Mädchen und Jungs grundsätzlich beim 14. Lebensjahr.

Die Generalstaatsanwaltschaft und die Nebenkläger gingen in Berufung. In zweiter Instanz (Berufung) wurde der Pfarrer zu einer Freiheitsstrafe von sieben Jahren mit integraler Bewährung und je einem symbolischen Euro an die Eltern sowie 10.000 Euro moralischem Schadenersatz an das Opfer verurteilt. Außerdem wurden ihm die bürgerlichen Rechte für zehn Jahre abgesprochen. Maître Gaston Vogel, der den Pfarrer vor Gericht verteidigt, ging mit dem juristischen Anliegen sofort in Kassation.