LUXEMBURG
LAURENT LECLÈRE

Die Bilder dürften bei vielen Menschen immer noch stark in Erinnerung sein: Überschwemmte Straßen, weggespülte Autos, Spuren der Zerstörung. Die Unwetter vom 1. Juni dieses Jahres haben allerdings auch das Leben vieler Menschen auf den Kopf gestellt. Laurent Leclère war selbst, wenngleich im Vergleich zu anderen weniger stark, von den heftigen Überschwemmungen in diesem Jahr betroffen und hat eine Petition gestartet. Damit hofft er, im Parlament eine Debatte anzuregen, wie man in Zukunft den Menschen entgegenkommen kann, die sich mit den Folgen von Naturkatastrophen auseinandersetzen müssen.

„Die Nachricht vom Hochwasser von Anfang Juni erreichte mich am letzten Urlaubstag. Die Nachbarin, die unter uns wohnt, hatte ein Video geschickt, auf dem zu sehen war, wie sich die Straße in einen Fluss verwandelt hatte. Wir kontaktierten Familienangehörige, die zu Hilfe kamen und mit den Aufräumarbeiten begannen, bevor wir samstags, am 2. Juni gegen Mittag nach Hause zurückkehrten und mithalfen. Allein um den gröbsten Schmutz zu beseitigen, benötigten wir rund drei Tage, also ohne  die Klärung der ganzen Versicherungsfragen und anderer Dinge, die uns teilweise  bis heute beschäftigen.

Glücklicherweise hatten wir zu diesem Zeitpunkt noch das Wochenende, um aufzuräumen. Zudem waren in unserem Fall ,nur’ Keller, Garagenbereich und Terrasse vom Wasser und Schlamm heimgesucht worden. Doch was ist in den Fällen, in denen Menschen ihr ganzes Hab und Gut verloren haben, und was wäre, wenn es Anfang der Woche zu der Überschwemmung gekommen wäre? Was ist in den Fällen, in denen sich ein Arbeitnehmer nicht kurzfristig freinehmen kann?

Aus diesem Grund schlage ich mit dieser Petition vor, über eine Art Sonderurlaub oder Freistellung im Falle von Naturkatastrophen jeglicher Art nachzudenken. In erster Linie geht es mir darum, dass sich das Parlament mit dem Thema befasst, bevor die Modalitäten im Detail, ob bezahlt oder nicht, ob ganztags oder auch stundenweise, wer für die Kosten aufkommt, oder die genaue Handhabung diskutiert werden.

Immerhin kann man davon ausgehen, dass Naturkatastrophen in Zukunft eher häufiger auftreten werden, sei es durch den Klimawandel oder den menschlichen Einfluss wie Bauaktivitäten, durch die das Wasser nicht mehr versickern kann, und zusätzlich, wie es im Fall meines Wohnortes Greiweldingen heißt, durch die ausgebliebene Unterhaltung der örtlichen Wälder.

Sollte ein solcher Sonderurlaub ins Auge gefasst werden, müsste die Voraussetzung allerdings immer lauten, dass es sich tatsächlich um eine Naturkatastrophe handelt. Die Regierung müsste also in diesen Situationen den Notstand erklären.“

Link zur Petition, die noch bis zum 12. Dezember unterzeichnet werden kann: tinyurl.com/petition1119