CLAUDE KARGER

Ansteckend, die Geheimdienstaffäre im Ländchen? Auf jeden Fall findet auch in Belgien - erneut - eine zünftige politische Diskussion über den Staatssicherheitsdienst statt, wie das „tageblatt“ am Samstag schrieb. „Angefangen hatte es mit der Frage, ob der Geheimdienst Dossiers über Abgeordnete oder andere Politiker anlegt“. Der Oberspion dementierte zwar prompt. Aber die Sache läuft.

Schon fordern vor allem sozialistische Politiker die Abschaffung der Spitzeldienste. „Geheime Organisationen gehören nicht mehr in unsere Zeit“, meint etwa der Bürgermeister von Brügge. Geheimdienste arbeiteten anhand von Gerüchten und spielten meist Spielchen, sagt ein anderer PS-Politiker. Ähnliches ließ in Luxemburg auch der LSAP-Ex-Vizepremier Poos verlauten, der seinerzeit mit jemandem koalierte, der heute - höhöhö - nicht mehr viel vom SREL weiß, für den er sich nie interessiert haben soll.

In Belgien, wo der Vize-Oberspion sogar Fraktionschef in einer Gemeinde ist, fordern Politiker kurzum, dass die Geheimdienste abgeschafft werden. In Luxemburg ist die Debatte noch nicht so weit. Vielleicht kocht sie aber schneller hoch als man denkt, demnach was man noch so Ungeheuerliches unter dem Teppich findet. Fortsetzung der Operation „Lüftung“: Morgen Nachmittag.