CLAUDE KARGER

Die sozialdemokratischen EU-Kommissare - darunter der Luxemburger Nico Schmit - stimmten dieser Tage „Bella Ciao“ an, eine Hymne der antifaschistischen, anarchistischen, kommunistischen und sozialdemokratischen Bewegungen. Das Video dazu ging viral, vor allem in Bella Italia, wo es Wasser auf die Mühlen rechter Kreise war, die gegen die „Unione Sovietica Europea“ Stimmung machen. Welche Hymnen die so singen, müsste auch mal einer ins Netz stellen. Längst der Politik „Ciao“ gesagt hat der Ex-CSV-Abgeordnete und „Verfassungs-Papst“ Paul-Henri Meyers, der allerdings laut „t“ „selten in seiner fast 40jährigen politischen Laufbahn“ so oft in den Schlagzeilen war, wie in den vergangenen Wochen. Schuld sind die Pirouetten seiner Partei in punkto große Verfassungsreform. „Wenn der Wille da gewesen wäre, hätte das Parlament gleich nach den Wahlen über diesen Text abstimmen können. Alle großen Parteien standen dahinter. Auch die CSV“, ruft Paul-Henri Meyers in Erinnerung, der die Verfassungspaket-Aufschnürungstaktik seiner Partei etwas verbittert kommentiert: „ob das korrekt war, sei dahingestellt“. Zu der Pirouette gefragt worden sei er nicht, aber „nicht nachtragend“. Echt? Jedenfalls scheint er keinem seiner Ex-CSV-Kommilitonen zuzutrauen, die Verfassungsreform weiter zu führen: „Ein Sozialist wäre nicht schlecht“.