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JEFF KARIER

Schon gefahren: Der neue vielseitige VW „Crafter“ kann überzeugen

Volkswagen bietet mit dem „Crafter“ der zweiten Generation eine breite Palette, denn durch die verschiedenen Ausführungen, Antriebe und mehr, sind mehr als 69 Kombinationen möglich. Das beginnt beim normalen Kastenwagen, über eine Variante mit Pritsche bis hin zum Kombi und noch vieles mehr. „Ein Wagen auf Maß“, hieß es im Rahmen der Präsentation des Crafters. Denn mit dem Wagen bedient Volkswagen eine ganze Reihe von verschiedenen Kunden, die im Bau, in der Forstwirtschaft oder auch in der Logistikbranche arbeiten. Diese stellen dabei jedoch verschiedene Anforderungen an das leichte Nutzfahrzeug.

Das komplette Programm

So gibt es den Kastenwagen nicht nur in drei verschiedenen Längen (5,90, 6,80 und 7,40 Meter), sondern auch in drei Höhen (2,30, 2,60 und 2,80 Meter). Hinzu kommt, dass man nach dem Start des „Crafters“ im Herbst 2016 mit Frontantrieb, für 2018 auch die Wahl zwischen Heck- und Allradantrieb (4Motion) hat. Der Frontantrieb bietet einen Vorteil gegenüber den zwei anderen. Denn durch diesen spart man im Fahrzeugheck zehn Zentimeter Höhe ein, was dem Ladevolumen zugute kommt. So ist die Ladekante niedriger und es wird Gewicht eingespart.

Bei Heck- und Allradantrieb steigt jedoch das zulässige Gesamtgewicht auf 5.000 Kilogramm. 2018 wird eine „Crafter“ Version mit bis 5.500 Kilogramm Gesamtgewicht folgen. Zur Auswahl stehen das Achtgang-Automatikgetriebe und die manuelle Sechsgangschaltung. Beim Pritschenwagen kann man sich zwischen Einzel- und Doppelkabine entscheiden und zwischen Gesamtlängen von 6,20, 7,00 und 7,40 Meter. Das komplette Programm von Spezialaufbauten wie Kipper, Kühl- oder Wohnkabine sowie die Varianten Kombi und Koffer gibt es ebenfalls für den „Crafter“.

Fast wie im Pkw

Alle „Crafter“ werden von Vierzylinder-Turbodieselmotoren mit Dieselpartikelfilter und SCR-Katalysator angetrieben. Sie gibt es in den vier Leistungsstufen 75 kW/102 PS, 90 kW/122 PS, 103kW /140 PS und 130 kW/177 PS. Dank der erstmals im „Crafter“ verbauten elektromechanischen Servolenkung steuert sich der Transporter sehr angenehm, fast wie ein Pkw, nur eben ein recht langer Pkw. Was uns bei unseren Testfahrten mit den verschiedenen Modellen überrascht hat, ist, dass trotz der Länge auch ungeübte „Lasterfahrer“ kaum Probleme haben den „Crafter“ um die Kurven zu lenken. In den Großstadtverkehr haben wir uns jedoch nicht gewagt. Auch der Schwingsitz, den es für den Fahrer, aber optional auch für Beifahrer gibt, konnte uns überzeugen. Der Komfort stimmt einfach.

Alles im Blick

Im Alltag, auf Baustellen, in engen Straßen und allen anderen Situationen dürften sich einige der Assistenzsysteme als besonders hilfreich erweisen. Da wäre der Rangierassistent, mit dem die Nutzung eines Anhängers erleichtert wird. Hierbei orientiert sich der Wagen über die Rückfahrkamera am Anhänger und über einen Joystick kann man steuern, wie sich der Wagen in Bezug auf den Anhänger bewegt. Das Rangieren des Anhängers funktioniert dabei wunderbar einfach, wie wir feststellen konnten. Zum anderen bietet der „Crafter“ als Assistenzsystem den Flankenschutz. Ähnlich wie die Parkhilfe, die mittlerweile bei den Pkws fast schon Standard ist, funktioniert auch dieses System. Um den Wagen herum sind mehrere Sensoren platziert, die Hindernisse erkennen und auf dem Display in der Mittelkonsole anzeigen. Das kann beim Manövrieren auf Baustellen besonders hilfreich sein, gibt es doch dort sowohl große als auch kleine Hindernisse, die man leicht übersieht. Durch den Flankenschutz hat man alles im Blick. Es gibt aber noch vieles anderes, das das Fahren mit dem „Crafter“ sehr erleichtert. Allgemein machte der „Crafter“ bei unserem Test einen sehr guten Eindruck. Die Kombinationsmöglichkeiten sind beeindruckend, der Komfort und das Fahrverhalten sehr gut und mit einem Einstiegspreis von knapp 27.000 Euro ist er auch preislich interessant.

Mehr zum Crafter unter www.losch.lu