LUXEMBURG
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DP kann Resultat stabilisieren, trotz schwerer Einbußen im Norden

Gegen 22.15 geht ein Raunen durch das „Hitch“ auf Limpertsberg, wo die DP-Mitglieder bei bester Stimmung die Resultate der Parlamentswahlen verfolgen. Premier Xavier Bettel und Parteipräsidentin Corinne Cahen sind angekommen und schreiten unter frenetischem Applaus gleich zum Rednerpult. Cahen ist begeistert: „Vor fünf Jahren wurde gesagt, die DP habe ein historisches Resultat erreicht. Wir haben das bestätigt, dank vor allem unserem Spitzenkandidat Xavier Bettel“. Der Angesprochene bedankt sich zunächst für den Einsatz aller in diesem Wahlkampf, die dieses „fantastische Resultat“ ermöglicht haben.

Dann sagt der Premier, der mit 30.774 Stimmen deutlich mehr Stimmen erhielt als alle seine Mitkonkurrenten im Zentrumsbezirk dezidiert: „Die DP ist bereit weiterhin Regierungsverantwortung zu tragen“.

Er ist in einer ersten Stellungnahme noch vorsichtig mit einer Koalitionsaussage. Aber es stehe nichts im Weg, mit den anderen Parteien zu sprechen, mit denen man in den vergangenen fünf Jahren zusammen gearbeitet habe. Die Regierung sei nicht desavouiert worden. Applaus. Im Saal ist die Stimmung größtenteils für eine Weiterführung der aktuellen Koalition. Als sie mir rechnerisch 31 Sitzen möglich wird, freuen sich die Liberalen. Besonders viel Applaus zollten sie indes schon früher am Abend der DP-Mannschaft aus dem Osten, wo die Spitzenkandidaten Lex Delles, député-maire von Mondorf und der Abgeordnete und Erster Schöffe in Junglinster Gilles Baum und ihre Mitstreiter die beiden Sitze deutlich verteidigen.

Im Norden musste die DP allerdings deutliche Einbußen hinnehmen: 6,5 Prozent im Vergleich zu 2013 ging es nach untene in dem Bezirk, in dem der langjährige Stimmen-Motor Charles Goerens diesmal fehlte. Und doch konnten die beiden Sitze im Norden verteidigt werden. Während Landwirtschaftsminister Fernand Etgen und André Bauler direkt ins Parlament gewählt wurden, landete Wohnungsbauminister Marc Hansen auf Platz drei.

Im Süden, einem traditionell schwierigen Bezirk für die Liberalen, büßten sie knapp 0,9 Prozent an Stimmen ein und behalten ihre drei Sitze. Wobei Finanzminister Pierre Gramegna, der erstmals bei Wahlen antrat, mit 18.383 Stimmen deutlich vor Claude Meisch (15.527) und dem Abgeordneten aus Dippach, Max Hahn (11.228 Stimmen) landete. DP-Fraktionschef Eugène Berger aus Roeser kam auf Platz vier, Gusty Graas, Abgeordneter aus Bettemburg auf Platz fünf.

Im Bezirk Zentrum, wo Anne Brasseur und Alexandre Krieps nicht mehr antraten, verlor die DP einen Restsitz. Familienministerin und Parteipräsidentin Corinne Cahen kam mit 19.471 Stimmen auf Platz zwei. Hauptstadtbürgermeisterin Lydie Polfer macht Platz drei mit 18.934 Stimmen. Es folgen Hauptstadtschöffin Simone Beissel und Kulturstaatssekretär Guy Arendt. Die Abgeordneten Frank Colabianchi, Joëlle Elvinger und Claude Lamberty, seines Zeichens auch DP-Generalsekretär, verpassten den direkten Einzug ins Parlament. Bei einer Regierungsbeteiligung der DP wird sich das ganze Bild noch einmal ändern.