LUXEMBURG
ANNETTE WELSCH

Offene Tür: Flüchtlingsunterkunft in Bettemburg wurde der Öffentlichkeit zugänglich gemacht

Ein lobenswertes Beispiel für den Umgang mit Personen, die internationalen Schutz in Luxemburg genießen ist folgendes: Als im Oktober vergangenen Jahres die Informationsveranstaltung zur Flüchtlingsunterkunft in Bettemburg stattfand, kam die Frage auf, warum die Gemeinde nur 60 Personen und nicht mehr Flüchtlinge aufnehme - nach nur sechsmonatiger Bauzeit ist dank dem modularen Bausystem die Unterkunft nun fertig. Am Samstag bekamen die Bürger von Bettemburg die Gelegenheit, sich ein Bild von den Räumlichkeiten der neuen Flüchtlingsunterkunft in Bettemburg in der Rue Michel Hack zu machen.

Neben gut 150 Bürgern hatten sich auch Familien- und Integrationsministerin Corinne Cahen(DP) und natürlich der Bettemburger Schöffen- und Gemeinderat um Bürgermeister Laurent Zeimet (CSV) und die Schöffen Gusty Graas (DP) und Josée Lorsché (déi gréng) eingefunden. Cahen zeigte sich in ihrer kurzen Ansprache nochmals „berührt davon, wie die Einwohner von Bettemburg reagiert haben“. Sie betonte, wie wichtig es sei, dass die Neuankömmlinge sehen, wie wir leben und zusammenleben und würdigte die offene und freundliche Haltung der Bettemburger.

Erste Gemeinde, wo die Leute gefragt haben: Warum nur so wenige Flüchtlinge?

„Es war die erste Gemeinde, in der ich war, wo die Leute gesagt haben, dass eine so große Gemeinde doch mehr Menschen aufnehmen könne“, erinnerte sich Corinne Cahen gestern dem „Journal“ gegenüber. Sie zeigte sich beeindruckt: „Es ist ein großer Wille da, auf die Flüchtlinge zuzugehen und sie integrieren zu wollen.“ 60 Personen - ausschließlich Familien mit Kindern - werden nun in dem Bau ein neues Zuhause finden. Jeder Stock verfügt über eine Küche, wo die Familien sich selber kochen können. Betreut werden sie vom OLAI.

Richtige Neuankömmlinge sind nicht dabei. Die Familien leben alle schon ein paar Wochen in Luxemburger und treten nun in die Phase zwei der Integration ein. „Sie werden langsam, aber sicher in den nächsten Tagen und Wochen der Sommerferien ankommen“, sagte Cahen. „Schließlich müssen die Kinder ja ab 15. September die Schule besuchen.“ Bis dahin sollen sie sich in Bettemburg eingelebt haben.