LUXEMBURG
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Wie Touchpoints asbl bei der Integration von Personen mit internationalem Schutzstatus hilft

LUXEMBOURG Fabienne Colling, an der Spitze eines Kommunikations- und Marketingunternehmens im Landesnorden, beschloss 2016 nach einer mehrwöchigen Hilfsaktion in einem Flüchtlingscamp, einen anderen Weg einzuschlagen.

Und Personen mit anerkanntem internationalen Schutzstatus auch hierzulande beim Aufbau eines neuen Lebens zu helfen. Es war die Geburtsstunde der Vereinigung „Touchpoints“, die ihr Ziel wie folgt definiert: „Begegnungspunkte zwischen der lokalen Bevölkerung und den Eingewanderten schaffen, um das Zusammenleben zu fördern sowie das langfristige Zusammen-Bauen“.

Aus diesem Ansporn heraus ist etwa das Programm „Sleeves Up“ entstanden, ein Vorbereitungskurs für angehende Unternehmer. „Viele anerkannten Asylbewerber wollen eine Geschäft eröffnen, doch in Luxemburg braucht das eine ganz andere Vorbereitung als in ihren Heimatländern“, erklärt Fabienne Colling. Das mit der Gewerbegenehmigung, für die man in den meisten Fällen eine Erfahrung vorweisen muss, ist bereits eine bedeutende Hürde. Auch die notwendige Finanzierung zu finden ist nicht einfach. Touchpoints organisiert Workshops, in denen die Anwärter lernen, wie sie sich am besten anstellen, um einen Betrieb in Luxemburg zu gründen. Rund einem Dutzend Teilnehmer sei der Sprung auch bereits gelungen. „Wir haben unseren Platz im Ökosystem gefunden“, sagt Fabienne Colling, „weder die Handelskammer noch die ADEM gehen in der Begleitung so weit wie wir“. Die Notwendigkeit einer solchen Initiative wurde auch europäische anerkannt. Das Projekt, das seit 2016 von der „Oeuvre Nationale de Secours Grande-Duchesse Charlotte“ getragen wurde, erhält ab Jahresanfang eine Unterstützung des europäischen Sozialfonds. Ein weiteres Projekt, „Inter-C“, das zusammen mit der Vereinigung „EPI - Encouragement, Promotion et Intégration“ auf die Beine gestellt wurde und von der André Losch-Stiftung unterstützt wird, ist nun angelaufen. Hier geht es darum, Asylbewerber mit anerkanntem Statuts bei der Integration ins Berufsleben zu begleiten.

Für Colling und ihre Mitstreiter, die derzeit von Wemperhardt aus operieren, war es wichtig, einen Platz im Haus der Solidarwirtschaft in der Hauptstadt zu finden. Eine Plus für die Nähe und Erreichbarkeit.