LUC SPADA

Es ist Samstagmittag, ich liege noch im Bett. Mit Laptop. Mir ist etwas kalt. Ich bin aber zu faul, um etwas an diesem Zustand zu ändern. Ich lese diesen letzten Satz, also: Der Satz vor diesem Satz, und ich frage mich, warum ich das geschrieben hab, aber ich bin zu faul, mir weitere Fragen zu stellen. Der Satz bleibt auf jeden Fall.

Ich habe keine Lust, diese Kolumne zu schreiben, heute nicht, ich habe keine Lust, irgendwas zu schreiben. Es wurde so viel geschrieben, auch wirklich viel Mist. Warum nicht einfach mal nichts schreiben? Warum nicht einfach nichts veröffentlichen? Haltet doch einfach mal den Schnabel, mehr Ruhe bitte, weniger Aufregung. Geht Yoga machen oder trinkt einen Yogi-Tee oder schaut euch einen Film mit Yoda an, ohne irgendwo zu posten, dass ihr einen Film mit Yoda schaut.

Einfach mal ein paar Schweigezeilen einlegen:

Natürlich war viel los. Die Aufregung, der Schock, das Unverständnis. Aber Amerika, was hast Du nur getan? Ihr wisst schon warum. Ein paar Tage später folgte eine weitere schlechte Nachricht für die (Musik)Welt: Leonard Cohen ist tot. Trump als Präsident, das wollte sich Herr Cohen nicht mehr geben.
Simpsons-Trump-Früher/Heute-Fotos, 9/11-11/9-Zahlenspiele und Mexiko-Mauer-Gifs wurden weniger, und immer mehr durch Halleluja-Youtube-Posts und Von-Hinten-Mann-Mit-Hut-Posts ersetzt. Goodbye Leo.

Hello postfaktisches Zeitalter!

Postfaktisch wird derzeit als Erklärung für alles gehandelt.

Wenn es nicht um die Wahrheit, sondern die subjektiv-gefühlte Realität geht.

Fuck the facts! Aha, aja.

Und Du, wie fühlst Du Dich heute?

Hast Du mal wieder kein Geld und gibst dem Ausländer die Schuld?

Hast Du Angst, Dich auf jemanden einzulassen, weil sie alle nur dasselbe wollen?

Oh, ich habe Schmerzen. Gleich unter der linken Schulter. Ich glaube, das ist das Alter.
Wird diese Kolumne denn nie fertig? Zeichencheck: 1.853, mit Leerzeichen. Jetzt natürlich wieder mehr, weil, ach egal.

Jetzt noch kurz Facebookcheck. Oha, ein Kommentar unter meinem Post „Fresse halten wird in diesen Tagen deutlich unterbewertet.“. L. fragt, ob ich es denn nicht gut finde, dass die Leute sich aufregen. Hm, die Leute. Doch, ich glaube, ich finde das gut, ich finde das sehr gut, dass diese Leute sich aufregen. Dann haben die Leute was zu tun. Ich finde es gut, wenn die Leute etwas zu tun haben, dann sind sie beschäftigt. Und die Leute wollen doch beschäftigt sein.

Und nun gehet raus und beschäftigt euch.