LUXEMBURG
PIERRE WELTER, FREIER JOURNALIST

Er brauchte Drogen: 28-Jähriger wegen Einbrüchen vor Gericht

Vor dem Bezirksgericht Luxemburg fand am Donnerstag der Prozess gegen den 28-jährigen Asylbewerber Abdelmajid E. aus Rabat statt. Dem Marokkaner werden vier Taten zur Last gelegt. Seit dem vergangenen 23. Juni sitzt der Marokkaner in Schrassig in Untersuchungshaft. Die Übersetzung übernahm eine Dolmetscherin, denn der Mann spricht nur Arabisch. Dem Angeklagten, der nach eigenen Angaben Kokain- und Cannabis-abhängig ist, wird im ersten Fall vorgeworfen, die Wohnung eines Mannes nach Wertsachen durchsucht zu haben. Der Bewohner bemerkte den Einbrecher. Am vergangenen 24. März stieg der mutmaßliche Täter in eine Wohnung in Bettemburg ein. Zuvor hatte der Täter die Haustür zum Familienhaus aufgebrochen. Die Wohnungstür brauchte er nicht zu knacken, denn die war offenbar angelehnt oder stand offen. Als das Opfer gegen 6.00 morgens aufwachte, wunderte es sich, dass im Schlafzimmer die Türen der Schränke offen standen. Vor dem Kleiderschrank stand ein Mann, der in seiner Wäsche wühlte. Als der Besitzer den Einbrecher ansprach, flüchtete der Täter. Wenig später merkte das Opfer, dass unter anderem auch sein Laptop fehlt.

Erinnerungslücken

Jetzt, während er vor Gericht noch einmal seine Tat erzählen sollte, kamen die Erinnerungen nicht wieder. Der Angeklagte beteuerte, durch seinen hohen Drogenkonsum sich nicht an die Tat erinnern zu können. Der Zeuge konnte ihn aber gut beschreiben. Er trug einen Rucksack und hatte eine blaue Mütze auf dem Kopf. Die Mütze und eine Taschenlampe hatte der Täter vor Schreck fallen gelassen und am Tatort zurückgelassen. Die Polizei hatte dem Besitzer der Wohnung Fahndungsbilder gezeigt. Auf zwei Fotos erkannte er den Einbrecher. Am Ende der Ermittlungen geht die Kripo davon aus, dass der Marokkaner nicht alleine am Tatort war. Weitere mögliche Komplizen konnten aber nicht gefasst werden.

Den zweiten Einbruch in Bettemburg soll der Angeklagte am vergangenen 31. März begangen haben. Zunächst habe er versucht, einen teils herabgelassenen Rolladen auf der Veranda aufzuhebeln, danach habe er das Fenster eingeschlagen. In einem dritten Haus, dass leer stand, soll er auch übernachtet haben. Hier hinterließ er eine Handtasche mit seinem Namen und Gegenstände aus Diebstählen. E. wird als Gelegenheitstäter beschrieben, denn er hat nie ein bestimmtes Objekt als Ziel. Er will mit einfachem und leichtem Werkzeug schnell irgendwo einsteigen und wieder raus kommen, Wertvolles mitnehmen und verkaufen, um mit dem Geld seine Drogensucht zu finanzieren. Zu den Vorwürfen gegen ihn machte er fast keine Angaben. Auch zu seiner Person schwieg der 28-Jährige. Bei seiner Festnahme am 23. Juni in Bereldingen gab er einen falschen Namen an. Er hatte keinen Ausweis. Bekannt wurde lediglich, dass er alleinstehend ist, keinen Beruf gelernt hat und auf der Straße lebt. Laut Verteidigerin Naïma El Handouz gestaltete sich die Beweisaufnahme schwierig. Für drei von vier Einbrüchen beantragte sie Freispruch.

Für den Vertreter der Anklage Laurent Seck bleiben drei Wohnungseinbrüche und ein versuchter Autoeinbruch übrig, die er dem Marokkaner zur Last legen kann. Im Prozess sei deutlich geworden, dass es sich bei dem 28-Jährigen um einen Täter handelt, vor dem die Gesellschaft geschützt werden müsste, sagte Seck. Er sei ein gefährlicher Einbrecher und eine öffentliche Gefahr. Die Staatsanwaltschaft forderte 36 Monate Haft.


Das Urteil fällt am 17. Oktober