LUXEMBURG
JEFF KARIER

Ein Einblick in die Vielfalt des griechischen Weißweins

Mit einem in weiten Teilen eher trockenes und mediterranen Klima ist Griechenland wie dafür gemacht, Wein anzubauen. Dabei gibt es hier eine ganze Reihe an Mikroklimas und verschiedenen Böden, wodurch auch der Variantenreichtum sehr breit ist. Außerdem blickt das Land an der Ägäis auf eine lange, eigenständige Weinbautradition zurück, die Jahrtausende zurückreicht.

Entsprechend ist es eines der bedeutendsten Weinbaugebiete der Welt, auch wenn es bei uns eher weniger als solches wahrgenommen wird. „In Griechenland findet man rund 300 eigene Rebsorten“, erklärt Emmanouil Glavinas, diplomierter Wein- und Spirituosenberater. Dies lässt bereits erahnen, dass es hier viel zu entdecken gibt.

Nur 13 Prozent Export

Wie Glavinas erklärt, produziert der griechische Weinbau im Jahr rund 2,5 Hektoliter Wein und das auf einer Anbaufläche von 61.500 Hektar, das von 1.295 Weingütern bewirtschaftet wird. Die Hauptanbaugebiete liegen auf dem Peloponnes sowie Attika und Zentralgriechenland. Aber auch auf Kreta, den Ionischen sowie Ägäischen Inseln und Nordgriechenland wird Wein angebaut. Exportiert werden nur 13 Prozent, und zwar mit 38,3 Prozent zu einem Großteil nach Deutschland. 14,85 Prozent finden ihren Weg auf den amerikanischen Markt. Aber auch Frankreich (8,32 Prozent) Zypern (6,71 Prozent) und Kanada (6,59 Prozent) gehören zu den Absatzmärkten.

Glavinas lebt seit drei Jahren in Luxemburg. Zu seinen Tätigkeiten gehört der Import und Verkauf von griechischen Weinen. Der gebürtige Grieche organisiert außerdem im Rahmen des von ihm gegründeten Weinclubs „L‘‘Équipe Du Vin“ Weinverkostungen, die jeweils einem bestimmten Thema folgen. Diese finden monatlich statt. So widmete er sich bereits Weinen aus Italien, Spanien oder auch Südafrika, um nur diese zu nennen. Er bietet aber auch Weinkurse an. „Ich möchte den Leuten Wein näher bringen, ihnen zeigen, wie man Wein verkostet und auch zu welchen Gerichten bestimmte Rebsorten und Weine passen können“, erklärt Glavinas.

Von salzigen Aromen und Lorbeerblättern

Da er sich als Grieche besonders gut mit griechischem Wein auskennt, präsentierte er im Rahmen einer Verkostung im Restaurant „Aleo“ den Teilnehmern elf griechische Weißweine. An dieser nahmen auch wir teil und waren sehr von der Vielfalt der Weine sowie den Aromen überrascht.

Zu den Weinen, die uns besonders gut gefielen, gehört „Papagiannakos Savatiano Old Vines 2018“ (16 Euro). Dieser besteht aus der griechischen Rebsorte „Savatiano“ und hat eine ausgewogene Säure mit einem präsenten Körper. Man kann neben Aromen von grünen und exotischen Noten auch pfeffrige Noten ausmachen. Diesen kann man sowohl zu Fisch als auch zu Geflügel oder Käse sowie als Aperitif trinken. Zu unseren Höhepunkten gehörte außerdem der „Malagousia 2007 Ktima Gerovassiliou“ (16 Euro). Hergestellt aus der namensgebenden Rebsorte „Malagousia“ hat dieser einen vollen Körper. Im breiten Spektrum an Aromen finden sich neben Noten von exotischen Früchten auch pfeffrige, grasige sowie florale Noten. Ein Wein, den man etwa zu gut gewürztem Geflügel, asiatischer Küche oder auch Käse trinken kann.

Sehr besonders ist der „Santorini Natural Ferment 2018 Gavalas“ (19 Euro) aus der Rebsorte „Assyrtiko“ gewonnen. Diese zeichnet sich dadurch aus, dass sie neben fruchtigen Noten auch mineralische bis salzige Noten findet. Passt unter anderem zu Fischgerichten. Ebenfalls etwas ungewöhnlich ist der „Plytó Psarades 2017 Lyrarakis“ (8,5 Euro), der aus der namensgebenden Rebsorte „Plytó“ hergestellt wird. Neben Aromen von Zitrusfrüchten und Gewürzen, verstecken sich Noten von Lorbeerblättern, etwas, das man bei Weinen eher selten findet. Insgesamt ist der Wei recht leicht, ausgewogen und passt zu vielen Gerichten. Insgesamt war die Verkostung sehr aufschlussreich und hat uns sehr gut gefallen, da die präsentierten Tropfen einen willkommenen Kontrast zu den weitverbreiteten Weinstilen darstellen.

Wer mehr über griechische Weine erfahren möchte sowie an einer der Verkostungen sowie Weinkursen teilnehmen möchte, findet unter www.lequipeduvin.com alle nötigen Informationen.