LUXEMBURG
PATRICK WELTER

Erste Reformen der technischen Fahrzeugkontrolle zeigen positive Wirkung

Mit den traditionell als lang verschrienen Wartezeiten an den Kontrollstationen der SNCT, im Volksmund schlicht „Sandweiler“ genannt, beschäftigt sich eine gemeinsame parlamentarische Anfrage der beiden liberalen Abgeordneten Simone Beissel und Gusty Graas an Nachhaltigkeits- und Infrastrukturminister François Bausch.

Die Parlamentarier berufen sich auf die schon von der Vorgängerregierung angekündigten und von Minister Bausch im letzten September noch einmal bestätigten Reformen der SNCT und der technischen Fahrzeugkontrolle.

Wie lange dauert es?

Zunächst wollten die Fragesteller von Bausch wissen, ob es Erhebungen über die Dauer der Wartezeiten an den Kontrollstationen, insbesondere der Station Sandweiler, gibt.

Im Weiteren geht es den beiden Fragestellern um die Öffnung der technischen Kontrollen für andere Unternehmen. Sie wollten wissen wie weit mögliche Schlüsse und Ideen gediehen sind.
Umfassende Antwort
In seiner Antwort listet Nachhaltigkeits- und Infrastrukturminister François Bausch alle seit 2012 eingeleiteten Reformen und Reformüberlegungen rund um das Thema Kontrollstation auf.

Auch kleine Schritte helfen weiter

Am 13. Januar 2012 wurde die bis dahin als Gesellschaft mit beschränkter Haftung (s.à r.l.)geführte SNCT in eine Aktiengesellschaft umgewandelt. Ab dem 27. August 2012 wurden die Öffnungszeiten der Station Sandweiler an vier Wochentagen bis 19.00 ausgeweitet und eine Samstagsöffnung von 07.30 bis 13.30 eingeführt. Zum selben Zeitpunkt wurde die Karenzzeit zur Vorführung des Fahrzeugs nach dem Auslaufen der Kontrollbescheinigung von 21 auf 56 Tage ausgedehnt um eine größere Flexibilität bei den Kontrollen zu erreichen.

Seit April 2013 können „leichte Fahrzeuge“ auch von konventionierten Werkstätten geprüft werden, eine Regelung die für schwere Lkw schon seit 1987 besteht. Im September 2013 seien neue Prüfbahnen in den Stationen Sandweiler und Esch/Alzette speziell für die Wiedervorführung von Fahrzeugen geschaffen worden.

Im Februar 2014 wurde die Telefonzentrale umorganisiert und ausgelagert um eine bessere Terminvergabe zu ermöglichen.

Drastische Kapazitätserhöhung in Wilwerwiltz

Am 15. September 2014 sei in Bissen eine Außenstelle der Kontrollstation Wilwerwiltz speziell für Lkw aus dem luxemburgischen Norden eröffnet worden. Dies habe es erlaubt die Pkw-Kapazität in Wilwerwiltz um 70 Prozent zu erhöhen. Seit September 2014 sei auch eine Anmeldung über die Internetseite der SNCT möglich, sowohl für Privatleute als auch für Unternehmen. Aktuell würden 85 bis 90 Prozent der Pkw und Kombis zu einem vereinbarten Termin vorgeführt, daher konnte auch der Betriebsablauf in den Kontrollstationen beschleunigt werden.

Ohne Termin heißt es: Warten, warten...

Für die ersten elf Monate des Jahres 2014 nannte Minister Bausch folgende Zeitfenster (Warte- samt Kontrollzeit) ermittelt: In Sandweiler 40 Minuten, in Esch/Alzette 42,5 Minuten und in Wilwerwiltz 36,5 Minuten. Diese Zeiten beziehen sich aber nur auf SNCT-Kunden mit Termin, denn laut der ministeriellen Antwort kann Fahrzeughaltern, die ohne Termin kommen, keine schnelle Bearbeitung gewährleistet werden. Bei ausufernden Wartezeiten können diese sogar für diesen Tag abgewiesen werden.

Warten auf die Verabschiedung des Reformgesetzes

Mit dem Inkrafttreten des Gesetzesprojektes 6715, das sich in erster Line mit der Reform der technischen Kontrolle befasst, werde sich das Verfahren für Bürger und Firmen deutlich vereinfachen so Bausch.

Zur Öffnung des Marktes für technische Fahrzeugkontrollen, also der Zulassung von privater Konkurrenz, verwies der Minister auf die noch ausstehende Verabschiedung des schon genannten Gesetzes.