LUXEMBURG
CORDELIA CHATON

Sébastien Detti vertrat Luxemburg auf der Europäischen Woche der Berufsbildung

Sébastien Detti hat eine aufregende Woche hinter sich. Er hat Luxemburg auf der „Semaine européenne des compétences professionnelles“ (SECP, Europäische Woche der Berufsbildung) vertreten, die vom 5. bis 9. November zum dritten Mal stattfand; diesmal in Wien, weil Österreich derzeit die EU-Präsidentschaft innehat. Die EU-Kommission hatte das Event angeregt, um Aus- und Weiterbildung in all ihren Formen in Europa zu würdigen und attraktiver zu machen. In ganz Europa fanden 1.264 Events zum Thema statt, davon rund 130 in Österreich. Während der Woche fanden zahlreiche Konferenzen und Workshops statt. Darüber hinaus wurden Preise von der EU-Kommission in fünf verschiedenen Kategorien vergeben. Die Gewinner gab EU-Kommissarin Marianne Thyssen bekannt.

Detti war als Repräsentant Luxemburgs ausgewählt worden, weil er im Dezember vergangenen Jahres als bester Lehrling Luxemburgs ausgezeichnet worden war. Der 43-Jährige hat bei a+p kieffer omnitec in Luxemburg Installateur gelernt und strebt nun seinen Meister an.

In Wien traf er auf 25 weitere Botschafter unterschiedlicher Länder. „Alle mussten aus der Lehre kommen oder selbst von der beruflichen Bildung betroffen sein“, erklärt er. Detti nahm an zahlreichen Konferenzen teil und traf auch auf Chefs großer Konzerne. „Es war sehr interessant und bereichernd“, unterstreicht er. „Wir hatten auch Austausch in kleinen Gruppen.“ Besonders erstaunt hat ihn die Vorstellung der beruflichen Bildung in verschiedenen Ländern. „Skandinavische Länder und osteuropäische Länder - hier besonders Ungarn - sind während der Woche sehr positiv aufgefallen. Ich hatte nicht damit gerechnet, dass sie zur Spitze der beruflichen Bildung gehören.“

Im Gepäck hat Detti auch einige Ideen für Luxemburg. Dazu gehört insbesondere eine Verbesserung des Images der Lehre. „In Dänemark beispielsweise gilt eine Lehre als äußerst positiv. Es wäre gut, wenn das hier auch so wäre.“ Darüber hinaus hat er festgestellt, wie wichtig die berufliche Orientierung ist. „Das wurde auf der Konferenz unter dem Stichwort Boarding zusammen gefasst. Dabei geht es insbesondere um die Orientierung in einer frühen Phase.“ Damit meint er nicht nur die Berufswahl nach der Schule, sondern auch die erste Zeit in der Lehre selbst. „Ich kenne einen jungen Mann, der anfangs als Installateur angefangen hat. Aber das war nicht so richtig sein Ding. Jetzt ist er Automechaniker und sehr froh über die Umsattlung“, erklärt Detti.

Als Botschafter warb er aber auch, unter anderem für das hiesige, staatliche geförderte Ausbildungssystem. „Das haben viele Länder nicht - und das ist schon sehr attraktiv auch für Unternehmen“, sagt er. Auch mit EU-Kommissarin Thyssen konnte er diskutieren. Sie hat ihn für kommendes Jahr zur Folgeveranstaltung nach Helsinki eingeladen. Detti hofft, dass er dorthin darf.