LUXEMBURG
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Erste „Assises de l’Information Jeunesse“ in Luxemburg

Sie waren eine Premiere in Luxemburg: Sie „Assises  de l’Information Jeunesse“, die in den letzten zwei Tagen im Rahmen der internationalen Woche der UNESCO zur Medienerziehung über die Bühne gingen. Am Donnerstag nahmen rund 50 junge Leute und Experten an einem ganztägigen Austausch im „Lycée Michel Lucius“ zu Presse und Medien, das Recht auf Information und die Zusammenarbeit zwischen formaler und non-formaler - also außerhalb der regulären Schulprogramme stattfindenden - Bildung statt.

Positives Feedback

„Das Feedback auf die Veranstaltung war sehr positiv“, sagt Claudia Bizzarri, Sprecherin des Organisators „Agence Nationale pour l’Information des Jeunes“. An eine zweite „Assises“ zu einem anderen Thema werde bereits gedacht. Zunächst aber sollen die Resultate des Austauschs ausgewertet werden und möglicherweise auch konkrete Niederschläge in der Verbesserung der Informationsvermittlung an Jugendliche finden.

Ansätze in diese Richtung wurden aber bereits gestern Morgen in der „Maison de l’Europe“ zum Teil mit Politikern diskutiert (s. Seite 5). Es war auch die Gelegenheit für diverse Akteure der Jugendinformation, sich vorzustellen. Den Anfang machte Yuriko Backes, die Leiterin der Vertretung der EU-Kommission in Luxemburg, für die der Kampf gegen Desinformation ein bedeutendes Anliegen darstellt. Besonders Jugendlichen müsse man das Wissen an die Hand geben, Informationen als „Fake News“ zu entlarven und Mythen, wie sie etwa über die EU besonders im digitalen Raum zirkulieren, den Garaus zu machen. Die EU-Kommission hat im Frühjahr 2018 eine diesbezügliche Offensive eingeläutet, bei der Bildung und Aufklärung über die Mechanismen der Desinformation eine zentrale Rolle spielen.

Europäische Strategie zur Jugendinformation auf der Zielgeraden

Für ANIJ-Präsident Henri Reding ist es wichtig, dass die Akteure der Jugendinformation ihre Ideen austauschen können und man der Politik konkrete Verbesserungsansätze vorlegen kann. Das auf nationaler aber auch auf europäischer Ebene.

Davide Capecchi von der Partnerschaftsstelle im Jugendbereich zwischen EU-Kommission und Europarat berichtete vom großen EU-Jugenddialog. Über 18 Monate hatten sich dabei rund 14.000 Jugendliche zu ihrer Vision für die erforderlichen Politiken zugunsten der Jugend ausgetauscht. Eine europäische Strategie zur Jugendinformation sagte Capecchi, der vor allem auch die Notwendigkeit einer Professionalisierung der Jugendarbeit unterstrich.

Luxemburg ist übrigens der Sitz der „European Youth Information and Counselling Agency“, die von Direktorin Eva Reina vorgestellt wurde. Die 1986 gegründete, unabhängige Vereinigung, der nun rund 40 nationale und regionale Jugendinformationsdienste oder -netzwerke angehören, entwickelt und fördert qualitative Jugendinformationspolitiken gemäß den Richtlinien der „European Youth Information Charter“, laut der Informationsangebote für die Jugend unabhängig, zugänglich, inklusiv, bedarfsorientiert, partizipativ, professionell, ethisch und proaktiv aufgestellt werden sollen und die Eigenständigkeit aber auch das Verantwortungsbewussstsein des Zielpublikums sowie dessen Teilnahme an den demokratischen Prozessen stärken sollen.