DR. PAUL COURRIER

Immer mal wieder kann es zu Engpässen in der Versorgung mit Blutkonserven kommen. Dies war vergangene Woche im Großherzogtum der Fall, was das luxemburgische Rote Kreuz dazu veranlasste, einen Aufruf zu starten. Grund war vermutlich, dass viele Menschen, die üblicherweise Blut spenden, verreist waren oder einfach nicht spendeten und die Reserven so geringer wurden. Dies zeigt, wie wichtig und empfindlich die Versorgung der Krankenhäuser mit Blutkonserven ist. Am Weltblutspendetag am 14. Juni soll weltweit auf die Bedeutung von Blutspenden aufmerksam gemacht werden und weitere Menschen dazu ermutigt werden, ihr Blut zu spenden. Hierzu Dr. Paul Courrier, Direktor des „Centre de transfusion sanguine“.

„Vergangene Woche betrugen unsere Reserven nur noch etwas mehr als 300 Blutkonserven, eine Situation, die uns zum Handeln zwang. Glücklicherweise scheint unser Aufruf, der durch die Medien ging, gehört worden zu sein, denn am vergangenen Donnerstag registrierten wir rekordverdächtige 160 Blutspenden. Am Freitag waren es nochmals über 100 Spenden. Wir danken allen, die gespendet haben und hoffen, dass sich die Situation in den nächsten Tagen noch weiter normalisieren wird.

Zu solchen Engpässen kann es kommen, da etwa Thrombozytenkonzentrate - also Blutplättchen - maximal fünf Tage gelagert werden kann. Somit ist es unerlässlich, dass wir immer wieder Blutspenden erhalten. Fallen diese geringer aus als erwartet, kann es eng werden. In einem solchen Fall kontaktieren wir die bei uns registrierten Spender. Reicht das nicht aus, starten wir eben einen Aufruf in den Medien.

Wer seinen Teil beitragen will und Blut spenden möchte, der kann sich beim Roten Kreuz auf 42, Boulevard Joseph II melden. Für den ersten Termin sollte man sich rund 90 Minuten Zeit nehmen, da im Vorfeld der Spende einige Formulare auszufüllen und Fragen zu beantworten sind. Außerdem findet ein Gespräch mit einem Arzt statt, nach dem dieser entscheidet, ob die Person als Spender in Frage kommt oder nicht. 

Denn es gibt einige Kriterien aufgrund derer man kein Blut spenden darf. Dabei unterscheidet man zwischen temporären und definitiven. Zu den temporären gehört etwa ein Auslandsaufenthalt in tropischen Ländern, eine Operation unter Vollnarkose sowie eine neue Tätowierung. Je nach Fall muss man einen bis mehrere Monate warten, bevor man Blut spenden kann. Zu den definitiven Ausschlusskriterien gehört etwa eine Krebserkrankung oder wenn man mit Blick auf BSE sich zwischen 1980 und 1996 zwölf Monate ununterbrochen im Vereinigten Königreich aufgehalten hat. In diesen Fällen darf man leider niemals Blut spenden. 

Wie jedes andere Land der EU müssen wir eine selbständige Versorgung mit Blutkonserven erreichen. Wir haben aktuell rund 13.500 registrierte Spender. Um diese Zahl und somit die Versorgung mit Blutspenden aufrecht zu erhalten, brauchen wir jährlich etwa 1.000 neue Spender. Daher auch hier nochmal der Aufruf: Bitte spenden Sie Blut!“

Mehr Informationen zum Blutspenden unter croix-rouge.lu/sauvez-une-vie Wer zum ersten Mal Blut spenden will, ist gebeten, einen Termin zu vereinbaren: Telefon: 2755 4000.