LUXEMBURG
PITT BACH

Ärzte und Pfleger sind in diesen Zeiten besonders gefordert. Um ihren Einsatz zu honorieren, reiche eine einmalige Prämie aber sicherlich nicht, sagt der OGBL. Der Unabhängige Gewerkschaftsbund fordert eine „fundamentale“ Verbesserung der Arbeitsbedingungen im Gesundheits-, Pflege- und Sozialsektor.

„Noch nie wurde das luxemburgische Gesundheitssystem dermaßen gefordert wie im Anbetracht der aktuellen Krise. Der OGBL hebt hervor, dass nur durch ein starkes öffentliches Gesundheitswesen der Zugang zu einer qualitativ hochwertigen Gesundheitsversorgung in Krisenzeiten und darüber hinaus garantiert werden kann.

Der privatkommerzielle Profit, der unumgänglich zu einer Zweiklassengesellschaft in der Gesundheitsversorgung führt, hat hier nichts verloren. Es ist Aufgabe der Regierung, private, profitorientierte Berater zu bremsen und ihnen keinesfalls eine tragende Rolle in der Gestaltung der Zukunft unseres Gesundheitswesens zuzuordnen.

Es ist unsere Pflicht, den Weg für Morgen vorzubereiten und ideale Rahmenbedingungen für die Arbeitnehmer des Gesundheits-, Pflege- und Sozialsektors zu schaffen. Die Einführung einer einmaligen Prämie ist sicher nicht ausreichend, wenn es darum geht, den Einsatz dieser Menschen zu honorieren. Was sie brauchen, ist eine fundamentale Verbesserung ihrer Arbeitsbedingungen, denn nur so kann die Qualität der Versorgung und die Sicherheit der Patienten gewährleistet werden.

An erster Stelle muss dem akuten Personalmangel im Gesundheits-, Pflege- und Sozialwesen entgegengewirkt werden. Der OGBL fordert in diesem Zusammenhang das Einführen von Standarddotationen im Gesundheitswesen, die einerseits den Personalschlüssel in Relation mit der Anzahl der Betten, wie auch die Qualifikationen der Pflegekräfte in ausreichend hoher Zahl definieren müssen. Im Pflege- und Sozialwesen, müssen die bereits vorhandenen Dotationsmechanismen dringend nach oben verbessert werden. Die Arbeitnehmer sind einem immer größer werdenden Druck ausgesetzt und eine der obersten Prioritäten der Politik muss es sein, diesem Druck durch konkrete Maßnahmen entgegenzuwirken und somit die Arbeitnehmer zu schützen.

Darüber hinaus müssen die verschiedenen Ausbildungen der Gesundheitsberufe reformiert werden. Die Anpassung an internationale Normen in Form eines Bachelor/Master-Systems wäre der erste Schritt, um junge Menschen für diese Berufe zu begeistern. Allerdings müssen hier alle Gesundheitsberufe aufgewertet werden, damit ein kohärentes Konstrukt entsteht, das eine qualitativ hochwertige Ausbildung garantiert.

Es ist außerdem an der Zeit, eine fundamentale Ungerechtigkeit ein für alle Mal aus der Welt zu schaffen und einen einzigen Kollektivvertrag für den gesamten Gesundheits-, Pflege- und Sozialsektor anzuwenden. Unterschiede in den Lohn- und Arbeitsbedingungen unter den Arbeitnehmern, die die gleichen Berufe ausüben, müssen nach oben korrigiert werden.

Es gilt heute, die richtigen Lehren aus der Krise zu ziehen und das luxemburgische Gesundheitswesen bestmöglich auf alle zukünftigen Herausforderungen vorzubereiten. Nur durch eine Erweiterung eines starken öffentlichen Gesundheitssystems mit gleichem Zugang für alle und mit optimalen Arbeits- und Lohnbedingungen, kann dies erreicht werden.“