HANNOVER
CORDELIA CHATON

Auf einer Führung über die Hannovermesse erfuhr eine Delegation Neues

Wer auf der größten Industriemesse der Welt, die heute in Hannover endet, einigermaßen den Überblick behalten will, braucht Hilfe. Deshalb hatte der Industrieverband FEDIL einen Rundgang zu sechs Unternehmen gebucht, bei dem die 25 Teilnehmer aus Luxemburg am Mittwoch Einblicke in „Industry 4.0 & Industrial Internet“ erhalten sollten.

Erste Station: Arkus. Das deutsche Unternehmen stellt so genannte smarte Kofferanhänger her. Sie können in Serie im Spritzgussverfahren gefertigt werden. „Dabei wird schon ein NFC-Chip eingebaut“, erklärt der Arkus-Vertreter. Anschließend wird der Kunststoff-Anhänger im 2D- oder 3D-Verfahren individualisiert. „Der Kofferanhänger kann über die eigene Webseite verfolgt werden und Daten kommunizieren“, sagt der Arkus-Sprecher. Kleiner Schönheitsfehler: Der smarte graue Anhänger mit Laserkennzeichnung wird noch nicht in Serie gefertigt Er steht aber für die Integration von Informationstechnik in Produkte und ist ein Beispiel dafür, wie sich Alltagsgegenstände verändern.

Nächste Station: IBM Watson. Dort verblüfft eine Drohne, die dank Programm automatisch aus ihrer energieliefernden Solarbox fliegt, beispielsweise Felder kontrolliert, die Ergebnisse per Bluetooth sendet und dann wieder in der Box verschwindet.

Konkret wird es auch am Stand vom „Zentralverband Elektrotechnik- und Elektronikindustrie“, wo modulare Produktionsprozesse warten. Der Lederhersteller Lanxess aus Leverkusen nutzt das System schon, bei dem sich eine Produktion leicht durch Neuanordnungen von Steuerungssystemen kombinieren lässt. Ganz ähnlich funktioniert die „Smart Electronic Factory“, bei der unterschiedliche Unternehmen wie Festo, ABB oder Siemens einzelne Produktionseinheiten liefern, die separat ausgekoppelt werden können, um beispielsweise Wartungen vorzunehmen.

Schneider Electric stellt ein System zum „Internet of things“ vor, bei dem es um Vernetzung, Apps und Kontrolle geht. So lassen sich beispielsweise vernetzte Gebäude kontrollieren oder fehlerhafte Motoren diagnostizieren.

Lösungen für die Landwirtschaft schlägt BayWa vor. Die ehemalige „Bayerische Warengesellschaft“ hat sich zum Anbieter von Farm-Technologie weltweit gemausert, sie ist auch in Luxemburg seit 2016 in Wemperhardt mit „Photovoltaik, Wind, Bioenergie und Geothermie“ präsent. Die Energie der Photovoltaikparks, die sie betreibt, werden von ihr teils über Fonds vertrieben. „Unternehmen kaufen Energie jetzt direkt an der Quelle. Wir integrieren Energie, IT und Marktreaktionen“, fasst der Vertriebsmanager zusammen. Am Ende wartet noch Comau, Hersteller von Robotern, die jetzt „Cobots“ heißen, weil sie „collaborative robots“ sind und immer enger mit den Menschen zusammen arbeiten. Der große Vorführroborter von Comau hat vier Sicherheitsstufen und muss deshalb nicht mehr hinter Abgrenzungen. Daneben gibt es noch einen kleinen, den e.Do. Das Unternehmen hat ihn als open-source-Roboter gedacht, für jeden, mal experimentieren will. „Er kostet weniger als 5.000 Euro. Wir nennen das HUMANufacturing“, betont der Sprecher. Computer sind für ihn die neuen Kollegen.