LUXEMBURG
PIERRE WELTER, FREIER JOURNALIST

Urteil im Prozess um Diskoschlägerei zwischen Polizisten und (Ex-)Soldaten

Eine Bemerkung brachte im Februar 2016 das Fass zum Überlaufen und es kam zu einer Massenschlägerei. Am gestrigen Montag gab es für vier von acht mutmaßlichen Tätern Urteile. Für die Taten (gefährliche Körperverletzung und Beleidigung) verhängte die siebte Strafkammer des Bezirksgericht Luxemburg gegen die Polizisten Arno P., Jeff W. und Dany M. Freiheitsstrafen von fünf, drei und zwei Monaten sowie Geldstrafen von jeweils 700, 500 und 500 Euro. Die Freiheitsstrafen gegen die drei Polizisten wurden zur Bewährung ausgesetzt. Der Beschuldigte Alain G. wurde zu drei Monaten auf Bewährung und zu einer Geldstrafe von 600 Euro verurteilt. Dylan G., Esaú F., Jonathan D. und Boby F. wurden freigesprochen. In den Nebenklagen muß Alain G. dem Polizisten Jeff W. 500 Euro Schadenersatz zahlen. Die Polizisten Arno P. und Jeff W. sollen jeweils 1.000 Euro beziehungsweise 2.000 an Esaú F. zahlen.

Absoluter Gewaltexzess vor der Disko

Acht Personen waren an der Massenschlägerei vom 14. Februar 2016 in der Rue de Bouillon (in der Nähe einer Diskothek) in Luxemburg/Stadt beteiligt, darunter drei Polizisten und fünf weitere Männer, ihres Zeichens Ex- oder noch aktive Soldaten.

Die drei Polizisten, die nicht mehr im Dienst waren, hatten die Diskothek besucht. Erst draußen, gegen 7.00 morgens, soll es dann zum Zwist gekommen sein. Laut Zeugenaussage waren die Auslöser der Schlägerei offensichtlich Beleidigungen und Provokationen. Die Erinnerung war bei einigen Beteiligten und Zeugen nur noch bruchstückhaft vorhanden. Begonnen habe es mit der Äußerung wie „Dat do si Flikke vun Déiferdeng“ und weiteren Beleidigungen. Eine Zeugin meinte auch rassistische Beleidigungen gehört zu haben.

In der Folge entwickelte sich eine Prügelei. Ein Taxifahrer hatte einen Teil der Schlägerei gefilmt. Das Handy-Video mit der zweiten Phase des Gewaltexzesses wurde im Gerichtssaal gezeigt. Darauf zu sehen: Männer schlagen mehrfach aufeinander ein, um sie herum stehen dicht gedrängt weitere junge Frauen und junge Männer. Einige versuchen, die Situation zu beruhigen, andere prügeln einfach weiter. Auf dem Video konnten die Richter erkennen, wie einer der Polizisten zu einem Vorhand-Schlag ausholt und seinem Gegenüber ins Gesicht schlug.

Die Urteile sind noch nicht rechtskräftig. Die Beschuldigten haben 40 Tage Zeit, gegen die Urteile in Berufung zu gehen.