WALFERDINGEN
PATRICK WELTER

Festsitzung anlässlich von zehn Jahren „Gesond iessen - Méi bewegen“ in Walferdingen

Wir machen Fortschritte, aber Fettleibigkeit bei Kindern bleibt in Europa weiterhin ein Problem.“ So die Zwischenbilanz von Jo Jewell, Mitarbeiter der Ernährungsabteilung der Weltgesundheitsorganisation WHO. Jewell sprach nicht auf irgendeinem internationalen Kongress in einer europäischen Hauptstadt, sondern auf der Festsitzung zum zehnten Geburtstag der Aktion „Gesond iessen - Méi bewegen“ in Walferdingen. Die Bedeutung dieser Feier wurde auch durch die Anwesenheit von gleich vier Ministern unterstrichen: Gesundheitsministerin Lydia Mutsch (LSAP), Familienministerin Corinne Cahen (DP), Sportminister Romain Schneider (LSAP) und Bildungsminister Claude Meisch (DP).

Der geballte Regierungsauftritt machte durchaus Sinn, denn „Gesond iessen - Méi bewegen“ wurde im Sommer 2006 als mehrere Ministerien übergreifende Aktion ins Leben gerufen und ist auch nach zehn Jahren noch erfolgreich.

Mit der Aktion wurden gleich zwei Ziele verfolgt, die Eindämmung der vermehrt auftretenden Fettleibigkeit und der Kampf gegen den Bewegungsmangel, weil beide Phänomene zu schweren körperlichen Schäden führen: Kardiovaskuläre Erkrankungen, Diabetes, Osteoporose und so weiter.

15 Prozent der Erwachsenen sind fettleibig

In Luxemburg gelten aktuell 15,6 Prozent der Erwachsenen und 5,8 Prozent der Kinder zwischen sechs und zwölf Jahren als fettleibig - 14,2 Prozent der Kinder haben Übergewicht. Diese Tatsachen und die daraus erfolgenden Krankheiten sind eigentlich vermeidbar - wenn man sich besser ernährt und mehr bewegt. Genau dafür steht „Gesond iessen - Méi bewegen“. Gesundheitsministerin Mutsch erinnerte in ihrer Ansprache daran, dass man sich bei der Ausarbeitung des Programms an den Ideen der WHO und der EU orientierte. Konkret basiert „Gesond iessen - Méi bewegen“ auf einem Strategiepapier der WHO aus dem Jahr 2004 für eine gesunde Ernährung und auf dem „Livre blanc européen pour combattre les problèmes du surpoids et de l’obésité en Europe“ der EU. Die Europäische Union wurde bei der Festsitzung durch John F. Ryan, Direktor in der Generaldirektion Gesundheit, vertreten.

Im Rahmen von „Gesond iessen - Méi bewegen“ wurden in den vergangenen zehn Jahren mehr als 500 Projekte verwirklicht. Projekte, die nicht nur von den vier beteiligten Ministerien, sondern von einer Vielzahl lokaler und nationaler Partner verwirklicht wurden.

Ziel: Ein gesunder Lebensstil

Die Grundprinzipien sind in dieser Zeit gleich geblieben: die Vermittlung der Bedeutung eines angemessenen Lebensstils für physische, psychische und soziale Gesundheit. Die Bedeutung von gesunder und ausgewogener Ernährung ebenso von mehr und bessere körperliche Bewegung für die ganze Bevölkerung.