LUXEMBURG
SIMONE MOLITOR

Antwort auf eine parlamentarische Anfrage: Personalbestand und Öffnungszeiten werden angepasst

In einer parlamentarischen Anfrage an die Adresse der Kulturministerin sowie des Hochschul- und Forschungsministers nehmen die beiden Abgeordneten David Wagner und Marc Baum (déi Lénk) Teile der Bibliothekslandschaft Luxemburgs etwas genauer unter die Lupe. Genauer zeichnen sie die aktuelle Lage im seit vergangenem Jahr funktionierenden „Luxembourg Learning Center“ (LLC) auf dem Campus Belval nach sowie die zu erwartende Situation im neuen Gebäude der Nationalbibliothek (BnL), die ihre Türen in diesem September auf Kirchberg öffnen soll. Ebenso kommen sie auf die Bibliothek des Europäischen Gerichtshofs (EuGH) und die Bestände verschiedener Forschungszentren, die vom Staat finanziert werden (etwa das Max-Planck-Institut), zu sprechen. In Erfahrung bringen wollen sie unter anderem, ob vorgesehen sei, den Personalbestand an Bibliothekaren für die BnL sowie das LLC aufzustocken und welche Öffnungszeiten vorgesehen seien, beziehungsweise ob die Universitätsbibliothek künftig auch am Samstag geöffnet sein soll. Was den Zugang zur Bibliothek des EuGH anbelangt, so wollen Wagner und Baum wissen, ob die Beschränkungen gelockert werden. Die Forschungszentren betreffend fragen sie, wie es um eine eventuelle Integrierung der Kataloge in den nationalen Kollektivkatalog a-z.lu stehe.

Rekrutierungsmaßnahmen für die BnL angelaufen

In der neuen BnL rechne man nicht nur mit höheren Besucherzahlen, sondern plane auch die Kulturgutsammlungen deutlich aufzuwerten und die nötigen Tools zu schaffen, um zur Entwicklung der Wissensgesellschaft in allen Bevölkerungsschichten beizutragen, schreiben die beiden Minister Sam Tanson und Claude Meisch eingangs ihrer Antwort. Bereits im Gesetz zum Bau der neuen Nationalbibliothek sei eine personelle Aufstockung auf mehreren Ebenen festgehalten worden. Die Rekrutierungsmaßnahmen seien angelaufen. Die Öffnungszeiten werden verlängert: dienstags bis freitags von 10.00 bis 20.00 sowie samstags bis 18.00, was neu ist. Falls sich eine weitere Anpassung der Öffnungszeiten als notwendig erweise, werde man darauf reagieren, so die beiden Minister.

Mehr Personal in der Uni-Bibliothek

Um auf die Bedürfnisse der Nutzer zu reagieren, sei der Personalbestand in der Universitätsbibliothek zwischen 2015 und 2018 um 26 Prozent erhöht worden. Es werde geprüft, wie man den Besuchern einen noch besseren Dienst bieten könne. Die bereits existierenden Kollaborationen zwischen LLC und BnL würden verstärkt. Dies wurde im Juli in einem Rahmenabkommen festgehalten. Während der Examenszeit hätte die Uni-Bibliothek zudem länger geöffnet, im Juni 2019 beispielsweise auch samstags von 8.00 bis 17.00. Gleiches gelte für die Monate September bis Dezember 2019. Und: „Pour l’exercice 2020, les effectifs, les heures d’ouverture et les services du LLC seront développés dans la limite du budget disponible“.

Eine Abfuhr bekamen die beiden linken Abgeordneten derweil bezüglich der Bibliothek des Europäischen Gerichtshofs: „[…] celle-ci étant une bibliothèque hautement spécialisée, il est normal qu’elle ne soit accessible aux étudiants qui n’ont pas encore terminé leurs études universitaires“.

Auch was das Max-Planck-Institut (MPI) angeht, fiel die Antwort negativ aus: Das MPI sei nicht Mitglied des Netzwerks bibnet.lu der luxemburgischen Bibliotheken, das von der BnL verwaltet wird. Deshalb würden diese Bestände auch nicht in den a-z.lu-Katalog aufgenommen. Jedoch habe das MPI im März 2016 ein „Mémorandum of Understanding“ mit der BnL unterzeichnet, mit dem ein erster Schritt in Richtung künftige Kollaborationen der Partner des „Consortium Luxembourg“ - dazu gehören auch noch die beiden Forschungszentren LIST und LIH - zwecks Anschaffung und Verwaltung elektronischer Veröffentlichungen unternommen wurde. Darüber hinaus sei vorgesehen, dass das MPI seinen luxemburgischen Sitz auf dem geplanten Universitätscampus Kirchberg (Avenue Kennedy) haben wird.

87 Mitglieder im Netzwerk bibnet.lu

Seit dem Gesetz aus dem Jahr 2010 betreffend die öffentlichen Bibliotheken sei die Mitgliedschaft im nationalen Netzwerk bibnet.lu derweil obligatorisch, um das Statut einer öffentlichen Bibliothek zu tragen und von der finanziellen staatlichen Unterstützung zu profitieren, rufen die beiden Minister abschließend in Erinnerung. Das bibnet.lu-Netzwerk sei so von 37 Mitgliedern im Jahr 2013 auf 87 im Jahr 2019 gewachsen.