DIFFERDINGEN
PATRICK VERSALL

Alain Junckel ist der Vater der International Tattoo Convention Luxembourg

Vor drei Jahren hat Alain „The Bee“ Junckel in einer Differdinger Mehrzweckhalle seine erste Tattoo-Convention organisiert, die er auf den sehr treffenden Namen „Differd-Ink“ getauft hat. 3.200 Tattoo-Fans schauten damals in der Stadt im Süden Luxemburgs vorbei, 37 Tattoo-Künstler waren Junckels Einladung gefolgt. Angetrieben vom Erfolg der ersten Auflage mietete der Inhaber eines Tattoo-Shops im vergangenen Jahr eine größere Halle: Auf 1.500 m2 gaben 75 Tätowierer Kostproben ihrer Kunst, knapp 6.000 Besucher kamen an beiden Veranstaltungstagen zur Convention. Für die dritte Auflage, die vom 23. bis 25. Mai über die Bühne geht verlässt Junckel und sein Team Differdingen in Richtung Kirchberg, wo sich auf einer Fläche von 5.500 m2 die internationale Szene treffen wird. 225 Künstler haben sich für die International Tattoo Convention „The Storm“ angemeldet, hinzu gesellen sich noch 36 Shops, die Besucher aus ganz Europa empfangen werden. Gut 5.000 Karten sind bereits im Vorverkauf abgesetzt worden, Junckel erwartet bis zu 12.000 Besucher. Showacts wie Steven Pittman wurden für Auftritte engagiert.

Die internationale Convention ist die logische Folge der positiven Entwicklung, die die luxemburgische Szene in den letzten Jahren durchlebt hat. Die Studios brauchen sich nicht über eine ausbleibende Kundschaft zu beklagen: „Meines Wissens musste noch kein Studio schließen“, resümiert der diplomierte technische Zeichner, der seit vier Jahren seinen eigenen Shop betreibt, die aktuelle Lage. Den Entschluss „Differd-Ink“ auf die Beine zu stellen fasste Junckel, nachdem er eine Convention in den Vereinigten Staaten besucht hatte. „Dort wurde ich mehrfach gefragt, ob wir hier in Luxemburg auch eine Convention hätten“, erinnert er sich. Mittlerweile feilen vier Leute während zwölf Monaten ausschließlich an der Organisation der Convention. „Wir müssen die einzelnen Tätowierer so platzieren, dass sie von ihrer Kunst her zueinander passen“, erklärt Junckel, der dieses Jahr für die Beköstigung der Künstler eigens einen Koch engagiert hat, der im VIP-Bereich die Löffel schwingt. Bereits sechs Monate vor der Eröffnung waren alle Standplätze vergeben, bis heute wurden schon knapp 500 Hotelzimmer für Besucher gebucht. Unterstützt wird die Mannschaft von 84 ehrenamtlichen Helfern.

Für die kommenden Ausgaben hofft der Tattoo-Studio-Betreiber endlich einen dicken Sponsor an Land zu ziehen, der sich an den Kosten finanziell beteiligt. Man sei sehr froh, dass einige kleine Unternehmen die Convention seit der ersten Ausgabe finanziell oder logistisch unterstützen würden, so Junckel.

Für die diesjährige Auflage beläuft sich das Budget auf 250.000 Euro; 100.000 Euro fließen an die Luxexpo für die Miete der Halle. Ausgewachsen ist die Convention noch nicht: 2015 wird die Veranstaltung auf eine zweite Messehalle ausgeweitet; über 10.000 m2 wird Junckel und sein Team dann zur Verfügung haben. Der Tätowierer spielt mit dem Gedanken, die International Tattoo Convention und das zweite von ihm initiierte Event, das Urban Art Meeting , an einem einzigen Wochenende zu organisieren.

www.luxembourg-ink.lu