NEW YORK
NATASCHA EWERT

Meine Zeit in New York

Sie werden nicht dazu kommen viel zu lesen, denn die Stadt schläft nie. Es ist immer was los!“, rief mir ein Angestellter im Flughafen Newark hinterher, nachdem ich enthusiastisch mehrere Informationsblätter und Karten einsammelte. Mit dem Shuttle-Service dauerte es ungefähr eine halbe Stunde von Newark, einem Flughafen im Bundesstaat New Jersey, bis wir vor unserem Hotel in New York ankamen.

Kleiner Kulturschock

Mein Vater und ich waren von der Reise müde. Wir ruhten uns ein bisschen aus und verließen ein paar Stunden später das Hotel, um ein Restaurant zu finden. Wir waren im Viertel SoHo und es erwies sich als schwierig ein kleines Lokal zu finden. Wir gingen stattdessen daher zu „Burger King“. Unser Abend fing anders als erwartet an. Ein junger Amerikaner wollte bei uns seine Scheine gegen Kleingeld wechseln. Er fragte auch beim Kassierer nach. „Warten Sie kurz, ich muss noch die Kunden bedienen.“, erklärte er.

Doch der Kunde verlor schon seine Geduld und stürmte aus der Bude heraus. Er schlug die Eingangstür so fest zu, dass das Glas einbrach. Ich wurde ein wenig ängstlich und in den nächsten Tagen musste ich lernen, dass das New York, das ich aus Filmen und Serien kenne, nicht die Stadt ist, in der ich für eine Woche meine Ferien verbringen werde.

Der Geruch von Freiheit und Büchern

In New York, dieser gigantischen Stadt, leben aktuell 8,550,405 Millionen Menschen. Ich spürte die Freiheit, wenn ich durch die Menge ging oder die Metro benutzte. Denn niemand kennt dich und das ist im kleinen Großherzogtum nicht möglich. Manche Geschäfte sind bis neun Uhr abends offen wie zum Beispiel „Bloomingsdale’s“. Es gibt Buchhandlungen, die schließen erst gegen Mitternacht. Das hat mir sehr gut gefallen, da ich süchtig nach Büchern bin und gerne schmökere. „The Strand“ ist ein gutes Beispiel, aber ich bevorzuge „Barnes and Noble“ wegen der schicken und gemütlichen Ausstattung. Die größte Herausforderung für mich und meinen Vater war, das Metrosystem dieser Weltstadt zu verstehen. Es ist uns dreimal vorgekommen, dass wir in die falsche Richtung gefahren sind und auf einer anderen Station wechseln mussten, um in den richtigen Zug einzusteigen.

Sehenswürdigkeiten

Da ich für das Wochenende eine Konferenz besuchte, blieben mir nur danach nur zwei Tage übrig, New York zu erkunden. Wir besuchten vor der Konferenz die „New York Public Library“ und das „American Museum of Natural History“. Wir waren im Kaufhaus „Macy’s“ wo ich ein paar neue Schuhe gekauft habe, bummelten im „Times Square“, spazierten im „Central Park“, um John Lennons „Memorial“ anzuschauen, aßen in „Chinatown“ Sushi und Pizza in „Little Italy“. Dann, am vorletzten Tag, besuchten wir die „9/11 Gedenkstätte“, es war ein sehr unangenehmer Tag, weil es den ganzen Abend lang geregnet und gedonnert hat.

Ständig wurden wir von den Nachrichten bombardiert. Kein Wunder, die beiden Parteitage der republikanischen und demokratischen Partei fanden in der gleichen Periode statt, wo wir in New York waren. Ich hatte die Möglichkeit im Hotel auf CNN abends die Debatten zu verfolgen. Während der „Her Conference“ (eine Konferenz für „HerCampus“-Mitglieder und Mitwirkende) lernte ich eine Puerto Ricanerin kennen, die demnächst an der angesehenen „University of Columbia“ ihren Master in Journalismus machen wird. „Die Tatsache, dass Donald Trump als US-Präsident gewählt werden kann, könnte in Erfüllung gehen und das ist das Erschreckende daran.“ Diese Aussage ist in meinem Gedächtnis hängengeblieben.

Schließlich, am letzten Tag vor der Abreise, entschieden wir, den Tag jeweils alleine zu gestalten. Ich verbrachte drei Stunden im „MET“ („Metropolitan Museum of Art“), um mir verschiedene Kollektionen anzuschauen. Die ägyptischen Gräber haben mich fasziniert und ich konnte auch zahlreiche europäische Gemälde bewundern. Danach besuchte ich zwei Buchhandlungen, landete plötzlich im „Greenwich Village“, ein Vorort, der sehr bekannt für Künstler und die LGBT-Gemeinschaft ist. Dort habe ich den Laden „Pink Olive“ entdeckt. Ich habe sehr viel Geld ausgegeben in diesem Schreibwarengeschäft, weil sie so schöne Sachen hatten. Schließlich machte ich mich auf den Weg ins Hotel, um mit meinem Vater abends essen zu gehen.

Tausend Möglichkeiten, wenig Zeit

New York war aufregend und an einige Sachen musste ich mich gewöhnen wie zum Beispiel der Umgang mit dem Trinkgeld und die riesengroßen Kleiderkabinen. Ich glaube es ist unmöglich, alles in einer Woche zu unternehmen. Ich konnte leider nicht mit der Fähre die Freiheitsstatue besuchen oder mich beim berühmten „Shakespeare in the Park-Festival“ vergnügen, nicht mal ein Theaterstück oder ein Musical am „Broadway“ konnte ich anschauen. Das „Museum of Sex“und das „Guggenheim Museum“ hätten mich auch interessiert. Der Angestellte in Newark hatte auch Recht, zum Lesen bin ich leider nicht gekommen, obwohl ich ein Buch und einen Reiseführer mitschleppte und mit acht neuen Büchern zurückflog. Am Ende bin ich meinen Eltern und dem „Her Campus“-Team dankbar, dass ich die Gelegenheit hatte New York zu besuchen. Ein kleines Abenteuer war es schon gewesen.