LUXEMBURG
LIZ MIKOS

Das Line-Up für das „Siren’s Call“-Festival 2020 steht fest

Das diesjährige „Siren’s Call“-Festival glänzt in diesem Jahr mit einem sehens- und hörenswerten Line-Up. Mit Stolz verkündeten Michel Welter, Max Hochmuth und Ainhoa Achutegui am Dienstag die diesjährigen Hauptacts. Mit Auftritten von Hania Rani, „Nothing But Thieves“ und den „Foals“ wird die Messlatte am 27. Juni ganz besonders hoch gelegt. Das variierte Kulturprogramm ist so konzipiert, dass es sich an die ganze Familie richtet, auch an Kinder. Für die Organisatoren ist es wichtig, dass sie da in gewisser Weise kompromisslos arbeiten können, damit für jeden etwas dabei ist. „Wir buchen das, was uns gefällt und genau das ist auch die Stärke dieses Festivals. Es fährt uns keiner über den Mund“, sind sich die Veranstalter einig. Ein bunter Mix aus Kunst, Theater, Musik sowie Licht- und Soundinstallationen wird den Festivalgängern ein hoch kulturelles Erlebnis bieten. Wer gar nicht erst bis samstags warten möchte, kann gleich am 26. Juni an der kostenfreien „Opening Night“ teilnehmen.

Entdeckungsreise inklusive

Die Orte, an denen Auftritte stattfinden, bleiben auch in diesem Jahr dieselben und werden im gesamten Viertel verteilt sein. Hauptbühne wird selbstverständlich wie auch bei den vorherigen Editionen, die „Siren’s Main Stage“ im Hof der Abtei Neumünster bleiben. Die Zeiten der Auftritte werden so stattfinden, dass die Besucher die Möglichkeit haben, so viel wie nur möglich zu sehen. Denn auch das „Wandern“ ist vom „Siren’s Call“ nicht wegzudenken. Gäste sollen nicht nur von einzigartigen Shows profitieren, sondern auch im wunderschönen Stadtviertel auf Entdeckungsreise gehen. Eine der ganz speziellen Bühnen wird die „Siggy Stage“ sein, die sich perfekt für intimere Aufführungen eignet und den Darbietungen eine etwas mysteriösere Note verleiht. Ähnlich bietet die „Garden Stage“ den Besuchern ein besonderes Klangerlebnis. Hier wird der ganze Garten mit Lautsprechern ausgestattet. Die Festivalbesucher stehen in der Mitte des Sounds, wo sie sich originelle Kompositionen anhören können, die auch für genau dieses Event geschrieben werden.

Auch das Melusina hat sich in den letzten Jahren als Veranstaltungsort bewiesen. Schon der Weg dorthin gehört zur Atmosphäre dazu, die Festivalgänger müssen hier eine Art kleiner Kreuzweg hinterlegen, erklären die Organisatoren. Der Weg dient quasi schon als Vorbereitung auf die extravaganten Darbietungen, die dort stattfinden werden.

Neben den zahlreichen kulturellen Darbietungen wird der „Marché des créateurs“ auch bei der vierten Edition des Festivals im pittoresken Altstadtviertel wieder im Fokus stehen - Amateure können sich hierfür immer noch per E-Mail anmelden.

No risk, no fun

In diesem Jahr gehen die Organisatoren des Festivals bei ihrem Programm sogar noch ein Stück weiter und holen das Theaterstück „Le dernier ogre“ auf die Festivalbühne. Dass bei einem solchen Event ein Theaterstück aufgeführt wird, ist für die Abtei Neumünster eine absolute Neuheit, die nicht ohne Risiken ist. „Es geht in dieser Darbietung eigentlich um die Suche nach der Natur, ich nenne es einfach mal die ’Hipster-Utopie‘. Wir werden da eigentlich als Gesellschaft ein bisschen auf den Arm genommen und erkennen uns auch alle in diesem lustigen Theaterstück wieder“, verriet Neumünster Direktorin Ainhoa Achutegui. Die Performance feiert bereits große Erfolge in Avignon, deshalb freuen sich die Veranstalter umso mehr auf die Reaktionen des luxemburgischen Publikums. „Wir müssen schauen, ob es funktioniert“, erklärte Michel Welter.

Musikalisch gibt es selbstverständlich etwas aus dem Großherzogtum auf die Ohren. CHAILD, der sein Projekt im vergangen Jahr gestartet hat, wird den Besuchern im Sommer seine neuen Songs präsentieren, an denen er zurzeit fleißig arbeitet. Der junge Musiker studiert in Liverpool Musik und wird als große Hoffnung für die luxemburgische Pop-Szene gehandelt.

Mit „ugly gonzo punk-rock“, wie die schwedische Band „Viagra Boys“ ihr Genre selbst beschreibt, geht es im Melusina weiter. Sie werden dafür sorgen, dass die Meute im Club sich nicht schämt auch einmal seinen inneren Punk rauszulassen. „Wir wollten unbedingt wieder ein solches Element mit einbringen, da es im letzten Jahr unglaublich gut funktioniert hat. Es kann auch gut sein, dass der Gitarrist auf einmal einfach auf dem Tresen steht, da sollten die Zuschauer auf alles gefasst sein“, verrieten die Veranstalter mit offensichtlicher Vorfreude. Nicht weniger begeistert stellte Achutegui die polnische Pianistin Hania Rani vor, die eigentlich aus dem Klassikbereich kommt, allerdings aus ihrer Musik etwas eher Elektronisches macht, ohne dabei laut zu werden. Dieser Spagat zwischen laut und leise, Punk und Klassik, ist eines der Elemente, das den „Siren’s Call“ ausmacht.

Als ein weiterer Höhepunkte wird die britische Band „Nothing But Thieves“ gehandelt. Sie sind schon als Vorband von „Muse“ aufgetreten und traten bereits im Jahr 2017 im „Atelier“ auf. Ihr neues Album soll im Frühling erscheinen und wird den Gästen des „Siren’s Call“ dann auch präsentiert werden.

Alte Bekannte

Headliner in diesem Jahr ist niemand anderes als die Band „Foals“, die seit ihrem ersten Album 2008 eine unglaubliche Evolution durchgemacht hat. Bereits 2014 wurde sie vom „Atelier“ für das „Rock-a-Field“ Festival gebucht. Doch ihre Geschichte mit Luxemburg reicht tatsächlich noch weiter zurück. Insgesamt vier Mal haben die Jungs aus Oxford schon den Konzertsaal des „Atelier“ gefüllt. Erstmals 2011 für ein Konzert, das ursprünglich in der Abtei Neumünster geplant war. „Für uns ist es einfach einer der Traumheadliner für dieses Festival, es passt wie die Faust aufs Auge“, schwärmen sowohl Michel Welter als auch Max Hochmuth. Ihr letztes Album kam im vergangenen Jahr in zwei Teilen heraus, der erste erschien im März, der zweite im Oktober 2019.

Doch auch für diejenigen, die nie genug bekommen, wird gesorgt, denn gleich nach den Konzerten geht es im „De Gudde Wëllen“ noch bis 6.00 morgens mit ausgewählten DJs weiter. Möglicherweise dürfen sich die Besucher hier sogar noch auf eine kleine Überraschung freuen.


Das „Siren’s Call“-Festival findet am 27. Juni statt,

Tickets gibt es unter www.sirenscall.lu für 58,20 Euro;

Kinder unter 10 Jahren müssen keinen Eintritt bezahlen;

Wer sich für den „Marché des créateurs“ anmelden möchte,

kann dies per E-Mail tun: hello@sirenscall.lu