PASCAL STEINWACHS

Da zeigte sich die Politredaktion der Erzbistumszeitung doch gestern tatsächlich enttäuscht, dass es bei dem tagszuvorigen Treffen zwischen Regierung und Patronat nicht gekracht hat („Es kam nicht zum Eklat“), für das in erster Linie Staatspremier Bettel verantwortlich zeige: „Premierminister Xavier Bettel wollte die nüchterne Vorgehensweise jedenfalls als Methode verstanden wissen“ (was unter seinem Vorgänger, dem heutigen Ehrenpremierchef Juncker, mit Sicherheit nie passiert wäre). Überschrieben war der Artikel gewohnt reißerisch mit „Alltag, Arbeit, Abenteuer“, was dann doch sehr stark an „Bikinis, Busen, Broccoli “ erinnert. Im Abgeordnetenhaus auf Krautmarkt dürfte es diese Woche hingegen nicht ganz so nüchtern zugehen, stehen hier doch sagenhafte 28 Punkte auf der Tagesordnung, wobei die wichtigsten Projekte aber natürlich wieder einmal am Schluss der jeweiligen Sitzungen durchgewunken werden, auf dass auch ja keiner etwas mitbekommt, aber das ist wohl Sinn und Zweck der Sache. Das „Tageblatt“ ist jedenfalls entsetzt - „und schon wieder dieser Stress...“ - und erinnert daran, dass Kammerchef Di Bartolomeo noch vor kurzem beteuert habe, dass „gute parlamentarische Arbeit“ ein „zeitaufwendiger Prozess“ sei. Anscheinend doch nicht...