LUXEMBURG
PASCAL STEINWACHS

Regierung stellt Pilotprojekt zur Schaffung von erschwinglichem Wohnraum vor

Es klingt kompliziert, soll aber ganz einfach sein: Das Modell zur Schaffung von erschwinglichem Wohnraum, bei dem der „Fonds du Logement“, der Pensionsfonds und die „Agence Immobilière Socilae“ (AIS) involviert sind, und das dazu führen soll, dass die Wohnungen zu einem besonders günstigen Preis vermietet werden können.

40 Prozent unter dem normalen Mietpreis

In einer Testphase soll das Modell demnächst im Rahmen eines Pilotprojekts in Grevenmacher getestet werden, wo eine Residenz mit 23 Wohnungen entstehen soll, die eine Wohnfläche zwischen 80 und 85 Quadratmetern umfassen, und deren Quadratmeterpreis unter zehn Euro liegen soll - 40 Prozent unter dem normalen Mietpreis in Grevenmacher. Wie das möglich ist, das erklärten Wohnungsbauminister Marc Hansen und Sozialminister Romain Schneider gestern zuerst den beiden zuständigen Parlamentsausschüssen, und dann auch der Presse.

Die Wohnungen werden demnach vom „Fonds du Logement“ gebaut, der ebenfalls im Besitz des Grundstücks ist. Am gleichen Tag, wo die Wohnungen fertig sind, werden sowohl das Grundstück wie auch die Wohnresidenz an den Pensionsfonds verkauft, der, weil er mit der Verwaltung der Wohnungen nichts zu tun hat, am gleichen Tag einen Mietvertrag über mindestens 20 Jahre mit einem spezialisierten Akteur wie der sozialen Immobilienagentur unterschreibt, die die Wohnungen dann vermietet. Der Pensionsfonds soll in Grevenmacher 8,5 Millionen Euro investieren, und, weil die AIS für ein regelmäßiges Mieteinkommen sorgt, während der gesamten Laufdauer von 20 Jahren eine Rendite von 2,5 Prozent garantiert bekommen.

Die beiden Minister sprachen dann auch von einem „Paradigmenwechsel“, und dies nicht nur für die Wohnungsbaupolitik, sondern auch für den Pensionsfonds, der in Zukunft fünf Prozent seiner Reserven - rund 900 Millionen Euro laut aktuellem Stand - in Immobilien investieren will. Die niedrigen Mietpreise entstehen nämlich unter anderem durch den Verzicht des Fonds auf eine höhere Rendite.

Von den Abgeordneten wurde das Pilotprojekt allgemein begrüßt. Sollte sich das Pilotprojekt in Grevenmacher als effizient erweisen, könnte es auf andere Gemeinden ausgedehnt werden, zu einem späteren Zeitpunkt womöglich auch in Zusammenarbeit mit dem Privatsektor.