LUXEMBURG
DANIELA NOESEN

Kloertext - Biolandwirtschaft in Zeiten des Klimawandels

Luxemburg ist nicht so stark betroffen wie andere Teile Europas: Die sommerliche Dürre sorgt dort für drastische Ernteeinbrüche bei der Landwirtschaft. Wie positioniert sich die Biolandwirtschaft dazu? Daniela Noesen von der „Bio-Lëtzebuerg - Vereenegung fir Bio-Landwirtschaft asbl.“ erläutert. 

„Die Wetterkapriolen 2018 machen von sich reden. Insbesondere der Wirtschaftssektor, dessen Erfolg von der Natur abhängt und der uns unser tägliches Brot beschert, ist stark betroffen: die Landwirtschaft. Neben kurzfristigen Hilfen, sind vor allem mittel-bis langfristige Lösungen gefragt. Ich denke, die Digitalisierung der landwirtschaftlichen Arbeitsprozesse oder die Züchtung von Dürre-resistenten Getreidesorten sind nur kleine Puzzlestücke in dem globalen Kontext, in den die Landwirtschaft weltweit verwoben ist. Was brauchen wir wirklich? Wir brauchen intakte landwirtschaftliche Ökosysteme, entsprechend ihres Standortes in der Welt, sowie deren sich-selbst-erhaltende, effiziente Nutzung. Dies gelingt nur mit einem fruchtbaren, gesunden Boden. Hier liegt der Schlüssel für die zukünftige Ausrichtung der Landwirtschaft! Im Biolandbau werden erfolgreich Strategien angewandt, die die Bodengesundheit durch Aufbau und Erhalt der Bodenfruchtbarkeit steigern. Durchwurzelung durch verschiedene Pflanzen, Zufuhr organischer Dünger, abwechslungsreiche Fruchtfolgen, möglichst lange Bodenbedeckung etc. führen zu mehr Bodenleben (Tiere, Pilze etc.), zu einem stabilen Bodengefüge mit guter Wasserdurchlässigkeit und Wasserhaltekapazität. Der Boden unter unseren Füßen ist eine spannende Welt für sich und ihre Stabilität und Gesundheit sichert unser Überleben. Auch wenn uns dies oft nicht bewusst ist.

Hinzu kommt in Zeiten des Klimawandels die ausschlaggebende Bedeutung des Bodens als CO2-Speicher. Wir müssen die vielfältigen Aufgaben und Zusammenhänge des Bodens und seiner Bewohner vermehrt in den Fokus rücken und bewerten. Die biologisch-dynamischen und die organisch-biologischen Ansprüche an den Biolandwirt werden diesen Aufgaben bereits gerecht. Biolandwirtschaft bietet ein langjährig erprobtes, breites Spektrum an ressourcenschonenden Praktiken an, die insbesondere das Gut Boden langfristig aufbauen und erhalten. Der Beitrag der Biolandwirtschaft zum Erhalt unseres Planeten und seinen Bewohnern ist nachweisbar. Die zeitnahe Umsetzung dieser erfolgreichen Strategien wird immer dringlicher, denn mittlerweile spüren wir den Klimawandel schon sehr deutlich am eigenen Leib und damit steigt der Wunsch, etwas zu verändern. Die Politik kann entscheidende Weichen stellen, spätestens ab der GAP 2020, wird es sich zeigen, wieweit sie ihre Verantwortung im Bereich der Landwirtschaft übernehmen wird. Wir bleiben bei unserem Motto: Lët’z make Luxembourg more organic! Now!“