LUXEMBURG
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In diesem Jahr wurde an der Universität Luxemburg ein neuer trinationaler Masterstudiengang in der Biomedizin erstmalig angeboten. Da jedes Jahr aufs Neue angehende Studenten sich fragen, was sie nach ihrem Schulabschluss studieren sollen, fällt die Wahl obgleich des großen Angebots immer schwieriger. Prof. Dr. Thomas Sauter, Studiendirektor an der Universität Luxemburg, erklärt, wieso es Sinn macht, Bio-Medizin zu studieren und weshalb man das auch noch an mehreren Universitäten tun sollte.

„Wer Biomedizin studieren möchte, sollte vor allem Freude an den dort gestellten Fragen und der biomedizinischen Forschung haben. Es gibt weiterhin viele offene Fragen in der medizinischen Welt – angefangen bei Krankheiten, wie etwa Krebs und Parkinson, wo noch sehr viel zu tun ist. Aus dieser Notwendigkeit ergeben sich dann auch gute Möglichkeiten, nach dem Studium eine Arbeit zu finden.

Man kann hoffen, in diesem Bereich auch eine Arbeit in Luxemburg zu finden. Bei diesen Studiengängen kann man das allerdings nicht garantieren. Man muss davon ausgehen, dass man am Ende mobil sein muss und eine Arbeitsstelle in einem anderen Land findet. Deshalb ist der Studiengang auch international angelegt, damit man als Student andere Universitäten, Städte und Länder kennenlernt. Man sollte erkennen, dass es außerhalb der Heimat gute Möglichkeiten gibt und interessante Fragestellungen. Da kann man auch schon Kontakte knüpfen, die später wichtig werden könnten. Zum anderen können wir in Luxemburg in der biomedizinischen Lehre nicht alle relevanten Fachgebiete abdecken. Da ist es dann wichtig, mit Partner-Universitäten zu kooperieren.

In Luxemburg herrscht eine sehr koordinierte Vorgehensweise vor, was die Entwicklung der Biomedizin anbelangt. Es ist in puncto Forschung und Lehre sehr viel passiert. Auch die Anbindung an die Kliniken wird immer besser, was den Vorteil hat, dass die erforschten Konzepte der Bio-Medizin auch direkt in die Kliniken getragen werden können. Außerhalb der Forschungsinstitute und Kliniken müsste auch noch über Startups und Firmen ein besseres Jobangebot geschaffen werden.

Wer Biomedizin studieren möchte, sollte gute Kenntnisse in der Biologie haben. Doch das Gebiet ist in den letzten Jahren sehr interdisziplinär geworden. Mittlerweile spielt die Datenverarbeitung eine wichtige Rolle. Da hat die Mathematik einen entsprechend großen Stellenwert. Das kann man natürlich alles lernen, sowohl im Bachelor als auch im Master, die wir anbieten. Wenn man aber schon gute Grundkenntnisse mitbringt, dann macht es den Einstieg einfacher. Der trinationale Master startete in diesem Jahr mit acht Studienplätzen, für die es über 100 Bewerbungen gab. Für die nächsten Jahre ist eine Erweiterung auf 16 Plätze geplant.

Das Masterstudium läuft so ab, dass man ein Semester in Luxemburg, dann eines in Straßburg, gefolgt von einem weiteren in Mainz absolviert. Das letzte Semester über arbeiten die Studenten an ihrer Masterarbeit an einem der drei Standorte. Danach bietet sich die Möglichkeit – falls man nicht direkt in die Arbeitswelt gehen möchte – sich für eine Doktorarbeit zu entscheiden.“