LUXEMBURG
SIMONE MOLITOR

Noch gibt es sie nicht in allen Gemeinden, das soll sich laut Umweltministerin Dieschbourg aber ändern

Nicht jede Gemeinde in Luxemburg bietet Haushalten bislang eine Biotonne, wie Marc Goergen (Piratepartei) in einer parlamentarischen Anfrage feststellt. Vor dem Hintergrund einer Motion, die am 16. Mai 2019 im Rahmen der Klimadebatte in der „Chamber“ angenommen wurde und mit der man sich dazu verpflichtet hatte, alles zu unternehmen, um Luxemburg zum Spitzenreiter der Abfallverwertung zu machen, verlangt er nun nach Details.

Eine Motion der Piraten, die die Einführung der Biotonne im ganzen Land forderten, war am gleichen Tag abgelehnt worden, dies unter dem Vorwand, so Goergen, dass dieser Punkt in der erstgenannten Motion abgedeckt sei. Auf eine parlamentarische Frage des Piraten-Abgeordneten hatte die Umweltministerin im Juli 2019 übrigens geantwortet, dass alle Gemeinden laut Abfallwirtschaftsgesetz seit 2014 dazu verpflichtet seien, eine Bioabfallsammlung zu gewährleisten. Grund genug für Goergen, jetzt genauer nachzuhaken und nach Zahlen zu verlangen.

Weniger Pro-Kopf-Bioabfall in der grauen Tonne

Die Frage, wie viele Tonnen Bioabfall seit 2019 angefallen seien, konnte Carole Dieschbourg (déi gréng) nicht beantworten. Den Gemeinden bliebe noch bis zum 31. März Zeit, den entsprechenden Jahresbericht einzureichen, und die Zahlen von 2018 müssten noch validiert werden. 2017 seien derweil 32.314 Tonnen Bioabfall eingesammelt worden. Aufgeteilt auf die verschiedenen Gemeindesyndikate waren dies 941 Tonnen im SIDEC, 3.649 Tonnen im SIGRE und 27.724 Tonnen im SIDOR-Gebiet.

Wie viele Tonnen Bioabfall denn seit 2014 im Restabfall gelandet wären, wollte Goergen auch wissen. Hochgerechnet hätten die Bioabfälle 2013/14 rund 30 Prozent am Gewicht des Restabfalls ausgemacht, wusste Dieschbourg. Das seien 67,9 kg pro Einwohner im Jahr. Die Ergebnisse der rezenten Restabfallanalyse von 2018/19 hätten ergeben, dass dieser Anteil nunmehr bei 32 Prozent liege. Da aber die Quantität an Restabfall gesunken sei, sei man nur noch auf jährliche 61,2 kg pro Einwohner gekommen. Ganz konkret wollte der Piraten-Abgeordnete wissen, in welchen Gemeinden es noch keine Biotonnen gibt. Die Antwort: im SIDOR-Gebiet in Steinsel und Walferdingen, im SIGRE-Gebiet in Lenningen, und im SIDEC-Gebiet gäbe es die Biotonne bislang nur in Lorentzweiler und Erpeldingen, ab Mitte März dann auch in Diekirch. Man sei aber gerade dabei, die Biotonne in allen Gemeinden des SIDEC einzuführen.

Ferner wies Dieschbourg darauf hin, dass, von den 5.419 Betrieben, die an die „Superdreckskëscht fir Betriber“ angeschlossen seien, 2.148 eine Biotonne hätten.