CLAUDE KARGER

Haben wir nichts anderes zu tun? „Soss keng Péng“ wie heraus zu finden, wer vor fast 30 Jahren das Bomben-Spiel mit den Sicherheitskräften trieb? Sollten wir uns nicht vielmehr mit der wachsenden Arbeitslosenzahl, der Respektlosigkeit in der Gesellschaft oder der Schulreform befassen? In diese Richtung gehen viele der Kommentare in Internet-Foren zum anstehenden Jahrhundertprozess. Dabei ist die Tragweite der Affäre enorm.

„Er ist sehr wichtig, weil er bis ins tiefste Rückenmark des Staates reicht“, brachte es gestern Me Gaston Vogel in einem Interview mit dem „Télécran“ auf den Punkt. Dass, wie heute bekannt, Mitglieder der Kräfte, die das Land eigentlich schützen müssten, massive Verletzungen jeglicher Regeln und Gesetze - in wessen Auftrag auch immer - verübten, ist eine Ungeheuerlichkeit. Die heute nichts von ihrer Dimension eingebüßt hat, denn: Die Verantwortlichen werden immer noch gedeckt und die Konspiratoren sind noch immer unter uns. „Müsste ich den Prozess zusammenfassen, würde ich sagen, dass das Gericht über eine Lüge zu urteilen hat, die eine Tragweite hat, wie sie die Justiz in unserem Lande noch nie erlebt hat“, sagte Me Vogel der „Revue“. Ein moderner Rechtsstaat kann mit einer solchen Lüge nicht leben.