Schenken am Valentinstag: Partnerschaftsberater raten zu kleinen Aufmerksamkeiten

Allzu ernst sollte man den heutigen Valentinstag laut Partnerschaftsexperten nicht nehmen, aber vergessen darf man ihn auf keinen Fall. „Es tut Paaren gut, wenn sie sich Symbole erhalten“, sagte der Düsseldorfer Paartherapeut Volker van den Boom. Dazu gehöre, an symbolische Tage wie den Valentinstag zu denken. „Das hält die Beziehung wach.“ Ob der Partner sich ein Geschenk wünscht, sollte man vorher besprechen. „Wenn sie ‚nein‘ sagt, heißt das aber nicht unbedingt, dass sie kein Geschenk will“, sagt der Partnerschaftsberater.

An Tagen wie dem 14. Februar, Geburtstag oder Weihnachten sei es schlimmer als sonst, dem Partner zu erkennen zu geben, dass man nicht an ihn denkt, sagt Dorothee Döring, Partnerschaftsberaterin aus Kempen am Niederrhein. Ein teures Geschenk zum Valentinstag wiege kleine Aufmerksamkeiten zwischendurch allerdings nicht auf. Sie rät zu kleinen Überraschungen. „Ein Klebezettel kann genügen.“ Der Valentinstag sei kommerzialisiert worden, sagt Döring weiter. Manche erwarten ein großes Geschenk. „Schenken sollte allerdings keine Pflichtübung sein“. Allzu sehr unter Druck setzen sollten sich Verliebte daher nicht. Jeder solle im Rahmen seiner Möglichkeiten schenken. Manchmal reiche es, spontan etwas Schönes zu unternehmen oder eine Flasche Champagner zu köpfen. Wichtig sei, dass der Partner bemerke, dass der Schenkende sich Gedanken gemacht hat.

Auch Haustiere erhalten eine Aufmerksamkeit

Vergisst man den Valentinstag aber, kann das für die Beziehung Konsequenzen habe. Gerade an Tagen, die nicht alltäglich sind, kommen Menschen ins Nachdenken - auch über den Partner. „Weihnachten oder Urlaub sind Krisenzeiten“, sagt Döring. Für viele hat der Valentinstag einen hohen Symbolwert, pflichtet van den Boom bei. Ihn zu vergessen, könne der Tropfen sein, der das Fass zum Überlaufen bringt. „Die Beziehung war dann aber schon vorher kaputt.“

Schon seit Jahrhundert gilt der 14. Februar Liebenden auf der ganzen Welt als wichtiger Tag. Der Valentinstag entstand im Mittelalter vermutlich im deutsch-französisch-belgischen Grenzgebiet. Das Brauchtum ermöglichte Unverheirateten ein sozial kontrolliertes Kennenlernen. In England entwickelte er sich schließlich zum Tag der Liebenden und kam mit den Auswanderern nach Nordamerika, wo er zunehmend kommerzialisiert wurde.

In England gibt es die Tradition, anonym kleine Liebesgedichte, sogenannte „Valentine Greetings“, zu verschenken. Die US-Amerikaner verschicken jedes Jahr zum 14. Februar mehr es als eine Milliarde Grußkarten. Außerdem bekommen in den USA mitunter die Haustiere an dem Tag ihr Futter aus einem herzförmigen Napf. In Finnland ist der Tag ein Freundschaftstag, an dem die Menschen - oft anonym - Karten und Geschenke an diejenigen schicken, die sie mögen. Aus Italien stammt ein Valentinsbrauch, der sich zunehmend weltweit verbreitet: Die Liebenden bringen an bekannten Orten, meist an Brückengeländern, Vorhängeschlösser mit ihren Initialen oder Fotos an. Die Schlüssel werden anschließend ins Wasser geworfen.

Verbotene christliche Trauungen am Valentinstag

Unklar sind jedoch die Ursprünge der Tradition. Auch darüber, wer der heilige Valentin war, der dem Tag seinen Namen gab, gibt es verschiedene Theorien. Möglicherweise handelte es sich bei ihm um einen römischen Priester aus dem 3. Jahrhundert nach Christus. Überlieferungen zufolge soll er Rosen an Verliebte verschenkt und verbotene christliche Trauungen vollzogen haben, weiß der Theologieprofessor Manfred Becker-Huberti von der Philosophisch-Theologischen Hochschule Vallendar zu berichten. Angeblich wurde der Priester an einem 14. Februar hingerichtet. Jedoch kommt als Valentin auch der Bischof Terni infrage, der ebenfalls hingerichtet wurde. Der Bischof von Terni wurde laut Becker-Huberti seit dem 4. Jahrhundert verehrt. Klar ist lediglich, dass im heidnischen Rom am 14. Februar das Fest des Hirtengottes Lupercus gefeiert wurde, bei dem junge Männer und Frauen per Losentscheid auf Zeit miteinander verbunden wurden. Becker-Huberti sagt: „Amor, der Liebesgott stand dabei Pate. Es scheint, als ob Amor gegen den seltsamen Heiligen mit Namen Valentin ausgetauscht wurde.“ dapd