CLAUDE KARGER

„Wofür steht das S des Parteinamens im roten Kreis?“, fragte sich gestern ein Schreiber der Wochenzeitung „woxx“. Die Antwort hatte er bereits im Titel gegeben: „S wie Suppe“. Bei der Parlamentsbilanz habe der Fraktionsboss eher CSV-Bashing im Sinn gehabt, als „die Bemühung, die LSAP mit linken Themen zu profilieren“. Keine Angst, der linke Parteiflügel, der der Geschäftsleitung diese Woche in einem Brief vorwirft, zusehends „neoliberal“ - Schauder! - zu werden, wird schon dafür sorgen. Den derzeitigen LSAP-Kurs bezeichnet der Autor übrigens als „Wischiwaschi-Politik“. Der „Land“-Chef sieht derweil den „Schneider-Rausch“ verfliegen. Der Vizepremier, der sich nach der Regierungsbildung „zu allem und jedem äußerte, als ob er Premier wäre“, sei nach dem Referendum selten schweigsam geworden, meint das „Land“, das sich insgesamt fragt, was aus den „schwungvollen jungen Männern, die vor anderthalb Jahren die Fenster groß aufreißen und den CSV-Staat ausmisten wollten“, geworden ist. Es mutmaßt sogar, dass die „liberale Reformkoalition“ nach dem Drosseln der Staatsausgaben und der Beschneidung der erzbistümlichen Privilegien den Rest der Legislatur nur noch die Staatsgeschäfte verwalten werde, „wie jeder CSV-Premier“ auch. „Dat kann dach nët sënn!“