LUXEMBURG
CHRISTIAN SPIELMANN

Eine Sauftour wird zum Überlebenskampf in „The World’s End“

Regisseur Edgar Wright begann seine „Three Flavors Cornetto Trilogy“ (Drei Geschmacks Eishörnchen Trilogie) 2004 mit der Zombie-Film-Parodie „Shaun of The Dead“, gefolgt 2007 von der Polizeifilm-Parodie „Hot Fuzz“. Als Abschluss hat er sich die
Science-Fiction-Parodie „The World’s End“ ausgedacht, ein Film, der nur am Freitag, Samstag und Montag um 20.00 im Escher „Kinosch“ läuft.

Fünf Freunde gegen eine ganze Stadt

Gary King (Simon Pegg) hat noch etwas aus seiner Jugend gutzumachen. Damals begannen er und seine vier Freunde eine Tour durch die zwölf Pubs seiner Heimatstadt Newton Haven. Nur kamen sie wegen zu hohem Alkoholkonsums nicht im letzten Pub „The World’s End“ an. 20 Jahre später überzeugt er seine alten Kumpels Steven (Paddy Considine), Oliver (Martin Freeman, er spielt den Bilbo Baggins in „The Hobbit 2“), Peter (Eddie Marsan) und Andy (Nick Frost), die Tour erneut zu machen und sie endlich zu Ende zu bringen.

Des Rätsels Lösung

Als Olivers Schwester Sam (Rosamunde Pike) auftaucht, regen sich in Gary und Steven alte Erinnerungen. Irgendetwas stimmt nicht mit den Leuten aus der Stadt. Alte Bekannte kennen sie nicht mehr, und viele benehmen sich mehr als komisch. Auf dem Männerpissoir wird das Rätsel aufgelöst, als Gary sich mit einem Teenager anlegt und ihm regelrecht den Kopf abreißt. Blaues Blut strömt aus dem Körper, der sich immer noch bewegt und ihn angreift. Wie der Kopf, die Arme oder Beine einer Puppe sind auch die Glieder des Jungen aufgesetzt. Jetzt haben Gary und seine Saufkumpane eine ganze Stadt voll Roboter am Hals, die eine außerirdische Intelligenz erschaffen hat. Die irdische Verlottertheit störte die Besucher von einem anderen Planeten. Mit der Verwandlung haben sie die Menschheit von ihren bösen Tugenden befreit. Aber wollen das Leute wie Gary, der sowieso nur den einen Gedanken hat, die Tour zu beenden?

„Todernste“ Parodie

Der Film beginnt wie ein Teenie-Film, um sich dann in eine eher ernste Aufarbeitung eines Jugendtraums zu verwandeln. Die neue Sauftour startet mit flotten kurzen Schnitten, welche das Füllen der Biergläser zeigen, und der starre Rhythmus schlägt mit den vielen lustigen Einfällen um. Der britische Humor lockert endlich die Lachmuskeln! Dann wiederum dreht die Geschichte erneut, und der Zuschauer landet in einem Science-Fiction-Film der mittleren Kategorie. Der Humor und viele Anspielungen auf andere Streifen machen die vielen Keilereien mit den Robotern erträglich. „The World’s End“ ist sicher nicht die beste Parodie auf das SF-Genre, dennoch kann man sich gut amüsieren. Übrigens: Neben James-Bond-Girl Pike, taucht auch der Agent 007 selbst auf, Pierce Brosnan - beide spielten in „Die Another Day“.