LUXEMBURG
SVEN WOHL

Illegale Streamingdienste mit zwei Millionen Nutzern abgeschaltet

Eurojust und Europol ist ein Schlag gegen illegale Streamingdienste gelungen. Dies melden beide Organisationen in einer gestrigen Pressemitteilung. Autoritäten in Spanien, Dänemark, Schweden und Deutschland hätten insgesamt elf Personen festgenommen. Sie stehen im Verdacht, illegalen Zugang zu über 40.000 Streamingdiensten, Pay-TV und Filmen angeboten zu haben. Damit hätten sie gegen Copyright-Bestimmungen im großen Stil verstoßen.

Zwei Millionen Nutzer

Der Aktionstag wurde von Eurojust koordiniert. Es wurden 50 Server in Frankreich, Deutschland, den Niederlanden, Belgien, Dänemark, Schweden, der Tschechischen Republik, Polen und Spanien beschlagnahmt. Insgesamt soll der Dienst zwei Millionen Nutzer gezählt haben. Sie hatten weltweit illegalen Zugriff auf Inhalte von Anbietern wie Netflix, Amazon und HBO.

In einem vergleichbaren Fall im vergangenen September konnte Eurojust eine Aktion leiten, bei der 200 Server heruntergefahren wurden. 15 Hausdurchsuchungen wurden außerdem durchgeführt. Es kam zu Beschlagnahmungen, unter anderem von Luxuswagen, Schmuck, Bargeld und Kryptowährung in einem geschätzten Wert von 4,8 Millionen Euro. Weitere 1.1 Millionen Euro wurden auf diversen Bankkonten eingefroren. Insgesamt sollen 15 Millionen Euro durch die illegale Aktivität eingenommen worden sein.

Hauptquartierin Spanien

Die kriminelle Organisation hat hauptsächlich von Spanien aus gearbeitet, so Eurojust in ihrer Mitteilung. Sie soll auf verschiedene Webseiten in der EU und anderen Ländern zurückgegriffen haben, um hier ihre Dienste anzubieten. Dabei boten sie die Inhalte weit unter Marktwert an. Um an die Inhalte zu gelangen setzten die Verdächtigen auf Computerserver, welche die legalen Sendungen von Anbietern aufzeichneten. Diese Aufzeichnungen wurden dann illegal an die Kunden dieser Webseiten weitergegeben.

Die Gruppierung soll mit ihren Aktivitäten im Jahr 2014 begonnen haben. Bei der Bezahlung konnten die Kunden unter anderem auf PayPal, Banküberweisungen und Kryptowährung zurückgreifen. Abgewickelt wurden die Transaktionen in Polen. Die spanischen Autoritäten haben mit den Ermittlungen im vergangenen Jahr begonnen. Hierbei standen zunächst die illegale Übertragung von Sportveranstaltungen sowie Geldwäsche im Fokus. Später wurden die Ermittlungen ausgeweitet. In Schweden fanden parallel Ermittlungen seit 2017 statt.